Den Death Metal hinüberzuretten in das neue Jahrtausend war sicherlich kein einfaches Unterfangen. Manch einer Band ist es dennoch gelungen. The Bloodline nicht. Nun sagt die Band selber von sich, sie würde Gothic Metal spielen. Aha, da müssen wir jetzt umdenken. Warum Gothic Metal: Weil die Growls von Volker Buchele (?) durch die klaren Vocals von Sabine (ich nenne sie mal so) aus einem Bottroper Nagelstudio ergänzt werden. Super. Das Konzept ruft nur inzwischen auch keine tote Stubenfliege mehr ins Leben zurück.
Abgesehen davon, dass „Where lost Souls dwell“ – ja, der Plattentitel ist auch scheiße – furchtbar steckengeblieben in der Zeit scheint, schmiert einem die Band mittels eines grässlich pathetischen Keyboards ordentlich Klang-Honig um die Ohren. Doch das Bestechungsmanöver gelingt nicht. Die Platte fängt von Song zu Song an mehr zu nerven. Es lohnt nicht einmal, einzelne Stücke hervorzuheben. Denn Originalität oder Überraschungen fehlen dieser Platte völlig. Die paar mageren Pünktchen gibt’s dafür, dass The Bloodline keine Dilettanten sind.
Wer’s wissen will: Bloodline-Initator Roman Schoensee hat mal bei The Dreamside gewirkt und hat auch schon mal was mit Silke Bischof, Pyogenesis, Shock Therapy und Asrai gemacht.