Bei der bloßen Erwähnung des Namens Terry Bozzio wird mehr als nur ein Schlagzeuger sicherlich gleich in Ehrfurcht erstarren, denn eben jener Bozzio zählt völlig zu Recht zur Creme de la Creme dieser Gattung Musiker. Stationen seiner Karriere waren u.a. Frank Zappa, Tony Levin, Jeff Beck, Explorers Club, etc.
Betrachtet man diese Stationen, dann dürfte auch denen, die Bozzio bisher nicht kannten, klar sein, dass es sich bei „Prime Cuts“ nicht unbedingt um leichte Kost handeln dürfte, denn Terry Bozzio hat schon mal den starken Hang zu klanglichen Experimenten und zur Vertracktheit in seiner Musik und hat mit eingängigen Rock und Pop Schemata eher weniger am Hut. Deswegen dürfte sich vorliegender Release, der aus dem großen Archiv Magna Carta’s zusammengestellt wurde, eher an eine stark begrenzte Hörerschaft richten, oder anders gesagt: Kategorie ‚Von Musikern für Musiker“. Chartpotential sucht man hier also wahrscheinlich vergebens, aber das war ja auch noch nie ein unbedingtes Qualitätskriterium. Wer sich aber gerne mit verzwickten Musikstücken beschäftigt und eine entsprechende Ausdauer mitbringt, bekommt hier schon einiges geboten. Neben bekannten Titeln aus seinen diversen Projekten und Bands finden sich auf „Prime Cuts“ mit dem Opener „Sick Jazz Surgery“ und „Walking Dream“ auch zwei bisher unveröffentlichte Stücke. Ein zusätzlicher Bonus für Bozzio Sympathisanten dürfte der Enhanced Multimedia Teil der CD sein, in dem sich neben einem weiteren Bonus-Song noch ein gut 15 minütiges Interview mit dem Schlagzeuger findet.
Fazit: Wie oben erwähnt ist „Prime Cuts“ nur bedingt bis gar nicht für die breite Masse geeignet, aber wer sich gerne intensiv mit Musik auseinandersetzt dürfte hier auf seine Kosten kommen.