Rezensionen

Ten Years After: Roadworks

(Fast Weste / H´ART)

Autor: CF / Kommentare: Bisher keine

Bild von Ten Years After - RoadworksManchmal ist es echt schwer etwas über eine Band zu schreiben, über die eigentlich schon alles geschrieben wurde. Gerade wenn es um eine Band geht, die älter ist als man selbst und die schon ein Teil des legendären Woodstock Festivals waren.
Ten Years After sind eine Blues Rock Band reinsten Wassers und beweisen, dass auch der Zwist mit Ex Fronter Alvin Lee nicht unbedingt eine Schwächung darstellt. Auch wenn Gerüchte über eine Reunion andauernd irgendwo in der Luft herumschwirren, es ist nichts dran und mir Joe Gooch haben sie einen Frontmann an Bord, der, ohne eine Kopie von Alvin Lee zu sein, das Gesicht der Band wahrt und sich perfekt ins Bandgefüge einfügt. Ten Years After sind eh eine stete Erscheinung im schnelllebigen Musikbusiness, beinahe Vierzig Jahre dabei und nur ein Besetzungswechsel.
Ungewöhnlich, ungewöhnlich wie die Band selbst, die immer noch stetig auf Tour ist und dies mit „Roadworks“ auch belegt. Live Alben sind immer eine zweischneidige Sache, entweder klingt alles gekünstelt oder man pusht die Zuschauerreaktionen elektronisch hoch. Dies ist bei den Briten aber definitiv nicht der Fall, denn es handelt sich um eine Live Scheibe im klassischen Sinne. Soll heißen, man hört Soundschwankungen, trotzdem ist der Sound gut und man kann jedes Instrument differenziert heraushören. Kleine Fehler hört man auch, diese lassen selbst gestandene Musiker noch sympathischer wirken.
Blues Rock ist eine Musik, die nie Mainstream war, aber trotzdem nie unpopulär wurde. Es mag daran liegen, dass in dieser Musik die „Wiege“ des modernen Rock/Metals liegt. Jedenfalls übt die Musik eine geheimnisvolle Faszination aus, die man auf „Roadworks“ jederzeit spüren und auch an den Reaktionen der Fans hören kann. Blues ist auch immer eine verspielte Musik gewesen, was man an den vielen Soloparts und an den Jams auf den beiden CDs problemlos erkennen kann. Viele Menschen lieben JAms oder improvisierte Stücke, ich bin der Meinung, dass vier davon einfach zuviel sind und die Platte künstlich in die Länge ziehen, gerade wenn man bedenkt, das die Songs eigentlich normalerweise im 3-a Minuten Schema liegen, also kurz und knackig sind.
Natürlich sind auf der Platte alle Highlights der Live Show von Ten Years After vorhanden und es ist müßig bei einer Live Doppel CD einen Song herauszusuchen und als Anspieltipp zu deklarieren. Nur sollte man sich nicht unbedingt das 7:48 minütige Drumsolo „The Hobbit“ als Beispiel für „Roadworks“ nehmen, denn ansonsten zeigen die Herren, dass man auch im Rentenalter vor Spaß nicht gefeit ist!

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