Als ich mich vorhin fragte, was ich denn wohl nach Wizard als nächstes zwecks Rezension in meinen CD-Player werfen sollte, viel mein Blick nach kurzem Gewühle im Promostapel auf Stormzone und deren Album „Caught in the Act“. Ausschlaggebend bei dieser Wahl war neben dem nach Fantasy Metal klingenden Bandnamen ein flüchtiger Blick aufs Cover, das mit einem Drachenmotiv kokettierte. Das würde mich wohl ausreichend in der gerade aufgebauten true-metallischen Stimmung halten können, dachte ich so still bei mir.
Klarer Fall von verdacht, würde meine Mutter jetzt wahrscheinlich sagen, denn das, was mir da aus den Boxen entgegen schallerte war irgendwie alles andere als True, Power oder sonst was Metal. Was da in meine Gehörgänge flog bediente eher auf breiter Front die Geschmacksnerven des AOR-Fans mit Hang zu leichtem Hard Rock. Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt etwas angesäuert und meine gute Stimmung begann sich zusehends zu verflüchtigen. Ungläubig warf ich einen etwas intensiveren Blick auf das Album-Cover und die gute Laune kehrte augenblicklich zurück. Was ich mit schnellem Blick für ein Drachenmotiv der ernsthaftesten Sorte gehalten hatte entpuppte sich bei genauerem Ansehen eher als eine Art Fantasy – Satire, die vom Motiv her auch in der Werkstatt eines Jim Henson entstanden sein könnte. Offenbar verfügen die Herren von Stormzone über einen feinen Sinn für Humor, was der Truppe bei mir gleich einige Sympathiepunkte einbringt. Gut, musikalisch reißt mich „Caught in the Act“ nach wie vor dennoch nicht gerade zwingend vom Hocker, was aber eher an meinen musikalischen Vorlieben als an der Qualität des Gebotenen liegt. Man muss der Truppe nämlich auf jeden Fall unumwunden zugestehen und attestieren, dass sie in oben erwähntem Genre mit ihrem Material locker bestehen kann, allemal weil sie ihre insgesamt elf Songs abwechslungsreich und vor allem auch mit einem guten Sound präsentiert.
Fazit: True Metaller sollten hier zwar aus erwähnten Gründen nicht unbedingt blind zuschlagen und zumindest ausgiebige Testläufe einem möglichen Kauf vorschalten. Wer aber auf gut gemachten AOR / Hard Rock mit guten Melodien und starkem Gesang in seiner Stereo-Anlage präferiert , für den könnten sich Stormzone und deren „Caught in the Act“ Album zum ersten Geheimtipp 2007 entwickeln. 8½ Dracheneier!