Dass Steve Walsh eine Legende ist, wird bestimmt niemand anzweifeln. Das er mit Kansas Songs geschrieben hat, die die Rockmusik nachhaltig beeinflusst haben, steht genauso außer Frage. Mr.Walsh ist seit mehr als 30 Jahren ein Teil der progressiven Musikszene und hier liegt nun sein neuestes Soloalbum „Shadowman“ vor. Wieder einmal hat er erstklassige Musiker um sich herum versammelt, die da wären Joe Franco (Drums, Twisted Sister, Magellan), Joel Kosche (Gitarre, Bass Collective Soul) und für die orchestrale Begleitung Michael Romeo (Symphony X). Keyboards und Gesang übernimmt der Meister selbst.
Auf „Shadowman“ wird keine leichte Kost geboten, musikalisch perfekt dargebotene, progressive Musik, die teilweise erst beim dritten oder vierten Durchlauf verständlich wird. Steve Walsh war immer eine Person, die musikalisch keine Grenzen kennt und so stellt er sich auf „Shadowman“ auch dar. Samples gehören zum guten Ton bei seinen Songs und geben jeden Track seine eigene Note. Was mir bei dem Album fehlt ist der rote Faden, jeder Song an sich ist stark, doch lässt sich keine Verbindung herstellen. Durch die Wandlungsfähigkeit von Steve Walsh könnte jeder Track von einer anderen Band stehen. Wenn man den Opener von „Shadowman“ „Rise“, ein schneller, harter Song, „Davey, And The Stone That Rolled Away“, ein Song der auch von Kansas stammen könnte, gegenüberstellt, dann glaubt man kaum, dass es ein und dieselbe Band ist.
Absoluter Höhepunkt von „Shadowman“ ist aber das beinahe 10 minütige Epos „After“, das ich als modernen, amerikanischen progressive Meilenstein bezeichnen möchte. Dieser Song beinhaltet alles, was diese Musik ausmacht. Beängstigende, musikalische Perfektion, starke Emotionen und eine beklemmende Grundstimmung. Die darauf folgende Halbballade „The River“ konnte nur abfallen und leider tut sie dies auch, der musikalischen Gewalt von „After“ folgt eine zuckersüße Melodyline, die nicht entspannend sondern eher störend wirkt.
Alles in allem ist „Shadowman“ ein gutes Album geworden, das die musikalische Genialität von Steve Walsh und seinen Mitstreitern mehr als einmal aufzeigt. Auch die Produktion von Shawn Grove trägt dazu bei, sie ist klar und beinahe kalt, passt sich aber der Musik so gut an, dass die Stimmungen die auf „Shadowman“ zu fühlen sind, auch direkt beim Zuhörer ankommen. Wer progressiven Rock mag, sollte sich „Shadowman“ nicht entgehen lassen. Jeder andere Konsument sollte sich das Scheibchen erst einmal anhören……
Rezensionen
Steve Walsh: Shadowman
(Frontiers Records / Soulfood)
Autor: CF / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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