Rezensionen

Stahlhammer: Opera Noir

(Def Dick / Soulfood)

Autor: CF / Wertung: 4.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Stahlhammer - Opera NoirSeit nunmehr 11 Jahren treiben sich die Österreicher Stahlhammer in der Musikszene herum und scheinen in ihrem Heimatland verhältnismäßig erfolgreich zu sein. Seit ihrem 1996er Album „Wiener Blut“ verfolge ich die Band und würde fast sagen, verfolgt die Band mich! Denn wirklich gut fand ich noch kein Output der Österreicher, aber das letzte Album „Stahlmania“ fand ich herausragend schlecht.
„Stahlmania“ im Hinterkopf habe ich „Opera Noir“ in den Player gelegt und die ersten zwei Songs „Vienna“ und „Wie es ist!“ bestätigten meine Meinung. Unwichtige Texte in schlechtem NDH Gewand, die mich beinahe dazu animiert haben, die CD sofort wieder aus dem Player zu nehmen und in den Tiefen des Plattenschrankes zu verstecken, so das niemand entdeckt, dass ich das jemals gehört habe. Doch glücklicherweise wird’s besser, der Titeltrack „Opera Noir“ ist zwar textlich immer noch Mumpitz, aber die musikalische Seite ist stimmig. Anstatt im seichten Midtempo oder NDH Geschrubbe zu bleiben, variiert die Geschwindigkeit und Musik und Stimme harmonieren, überraschend gut. Ein weiteres Glanzlicht der CD ist definitiv „Das schreiende Herz“, dieser Song ist vielleicht das gewaltigste was die Österreicher jemals fabriziert haben, erinnert er doch sehr an die Schweisser und die sind nun mal das Beste was jemals harte, deutschsprachige Musik gemacht hat.
Trotz überraschender Highlights bewegt sich „Opera Noir“ immer am Rand der Belanglosigkeit und überschreitet diese Grenze einfach zu oft. Die Texte haben meist Schlager Niveau, musikalisch wird zu sehr auf erfolgreichere Bands geschaut und das Coverversionen bei Stahlhammer zum guten Ton gehören, macht das Hören von „Opera Noir“ auch nicht wirklich einfacher. Eine Coverversion pro CD kann ich verstehen, wenn man seinen Idolen huldigen oder einfach Spaß haben will. Aber das „Image“ von Stahlhammer verbietet Spaß und das Phil Collins („In The Air Tonight“), Hans Albers („La Paloma“, ist den Herren bestimmt an der Küste Österreichs eingefallen) oder David Bowie („Heroes/Helden, inklusive deutscher Textpassage) zu den Idolen gehören, glaub ich nicht wirklich.
„Opera Noir“ ist das bisher beste Stahlhammer Album ohne wirklich gut zu sein. Wenn eine Band seit 11 Jahren immer noch versucht anderen Bands hinterher zu hecheln, dann sollte man überdenken, ob es sich noch lohnt. Das Genre in das Stahlhammer erfolglos Erfolg suchen, wird von Bands wie Rammstein und Oomph! beherrscht. Manche Menschen mögen Stahlhammer als Kult ansehen, diesen Status haben sie nicht und werden ihn wahrscheinlich auch nie bekommen. Sorry…..
Schlimm finde ich es auch, dass eine Band die seit 11 Jahren Platten veröffentlicht, immer noch durch öffentliche Mittel, hier der Österreichische Musik Fond, gefördert wird. Das bestimmt nicht der Sinn der Sache.

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