Dafür, dass mir bisher das dänische Label Nibelung Records (cooler Name btw.) noch rein gar nichts sagte, stellt sich eben jenes Label mit ihren aktuellen Releases eindrucksvoll bei mir vor. Vor allem „Egoreactor“ von Spiha weiß mehr als nur zu überzeugen.
Das liegt natürlich vor allem an der wirklich ansprechenden Mucke des Finnen – Sixpacks, aber auch die Verpackung dieses Releases tut ein übriges, um sich ins Herz des Rezensenten zu schleichen. Das dänische Label fährt nämlich mit seinen Releases ein wenig auf der Retro – Schiene und präsentiert seine CDs optisch in einem Design, das an Gatefold-LPs angelehnt ist, wobei man in der Detailtreue sogar soweit geht, die CD in ein Innensleeve zu verpacken. Wenn man wie ich mit LPs aufgewachsen ist, geht einem hier definitiv das Herz auf.
Aber wie bereits erwähnt punkten Spiha nicht alleine durch ansprechende Optik sondern haben auch akustisch einiges zu bieten. Stilistisch bieten die Herren eine Art Retro – Rock, schaffen dabei aber locker den Spagat dieses Retro – Feeling in moderne Sounds zu verpacken. Stellenweise klingt die Mucke nach einem netten Bastard aus Rock’n’Roll der Marke Gluecifer und weinerlicher Sentimentalität aus dem Hause Osbourne. Letzteres vor allem auf Grund der Tatsache, das Spiha Fronter Henry Lee Rock (Na, wenn das mal kein Pseudonym ist) mehr als nur einmal wie Ozzy himself klingt, am deutlichsten beim getragenen Herzzerreißer „If I Ever Let You Go“, das definitiv als Anspieltipp herhalten muss. Als weitere (und natürlich vor allem wegen ihrem Rockcharakter wesentlich repräsentativere) Anspieltipps sind meines Erachtens nach die folgenden zu nennen: der Opener und gleichnamige Titeltrack des Albums „Egoreactor“, das stark nackenbrecherische „Samurai Of The Sound“, das nach Stoner Rock anmutende „Freedom Fuel“ und „Scratch“, das mich persönlich stark an alte D.A.D. erinnert. Wer auf getragenere Alice in Chains - Elemente abfährt sollte zusätzlich noch das intensive „Monster“ beim Probelauf anskippen.
Fazit: Mit „Egoreactor“ haben Spiha ein Werk am Start, mit dem sie sicherlich so manchem etablierten Act ordentlich in den Allerwertesten treten können. Hier kann man wirklich gespannt sein, was da die Zukunft noch bringen wird. Ein gutes Werk zum Kaufen – 10 Punkte!