Rezensionen

Sodom: Sodom

(SPV/Steamhammer)

Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Sodom - SodomSie sind nur zu dritt, aber zusammen dennoch doppelt so alt wie die komplette Linkin’ Park-Besetzung. Und jede Metalband hat sicherlich schon einmal diesen einen Hit gesuchter Ruhrpott-Trasher gecovert – nämlich Remember the Fallen. Klar, die Rede ist vom deutschen Trash-Urgestein Sodom, dem unkaputtbaren Trio um Onkel Tom, Sodom, denen man in den 80ern seitens der Presse eine Laufzeit von wenigen Wochen prophezeite und die sich dann wider der Schreiberlinge zum Publikumsliebling spielten. Und inzwischen einer der Haupteinflüsse aller Neo-Trash-Acts sind. Hätte man damals sicherlich auch nie gedacht…

25 Jahre nach Bandgründung hauen die dampfenden Drei dann auch endlich eine selbstbetitelte Scheibe raus, schlicht Sodom - und klingen dabei so kompromisslos wie in den Anfangstagen. Kein Gummitwist bei Funsongs wie Die stumme Ursel, Wachturm oder Aber bitte mit Sahne. 2006 ist Lachen untersagt – es wird wieder direkt zwischen die Augen gezielt. Und um dies zu verwirklichen, hat man tief in die Mottenkiste des Metals gegriffen. Während man zu Beginn noch grimmig, grell, ätzend modern klingt (die Prügelklamotten Blood on your lips und Wanted Dead), bedient man sich bei Nummern wie Buried in the justice ground (Megadeth), Axis Of Evil (Metallica) und Lords of depravity (Slayer) international. Ein wenig drückt dies auf die typischen Sodom-Charakteristiken, aber dank Angelrippers unverkennbarem Organ und der obligatorisch politisch ausgerichteten Texte verspielt man den eigenen ‚Charme’ nicht vollkommen.
Gute Trash Scheibe.

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