Ich tu mich im Allgemeinen immer etwas schwer mit dem Begriff ‚True Metal’, weil dieser für etwas geprägt wurde, das mir heute fast schon total zu wider ist. Deswegen tu ich mich genauso schwer, Mike Scalzi und Co, die seit einigen Jahren unter dem Banner Slough Feg firmieren, in diese Schublade zu stecken, obwohl sie sich selber wohl laut Presseinfo genau dort sehen.
Verstehe ich auch nicht so ganz, weil ohne diese Selbsteinschätzung würde ich die Jungs ohne mit der Wimper zu zucken in den Bereich ‚Hymnischer 80ies US Metal’ einsortieren, und in dieser Sparte wären sie mit ihrem Songmaterial auch gut aufgehoben, wie gerade der aktuelle Longplayer „Atavism“ deutlich zeigt. Hymnische Gesänge, melodische Gitarren und häufig eingestreute Marschrhythmen wollen so gar nicht auf das hindeuten, wofür heute der Begriff ‚True Metal’ steht. Na ja, was soll’s, wie auch immer man die Mucke von Slough Feg bezeichnen mag, fest steht, dass sie auch mit „Atavism“ mal wieder ein ziemlich feines Album am Start haben und sich in den insgesamt 14 Songs erneut von ihrer Schokoladenseite zeigen. Vor allem die interessanten, gelegentlich leicht schrägen und dennoch sehr einprägsamen Gesangslinien prägen das gebotene Material, wobei man aber auch das instrumentale Beiwerk keinesfalls mit Nichtbeachtung strafen sollte. Scalzi’s Gesang kann seine volle Wirkung nämlich vor allem entfalten, weil er und der Rest der Truppe mit ihren Instrumenten eben jenem den passenden Rahmen bieten, egal ob bei den flotteren Krachern wie dem thrashigen Opener „Robustus“, den hymnischen Stücken wie beispielsweise „I Will Kill You / You Will Die“ oder „Eumaeus the Swineherd“, bei mit leichtem 70ies Rock angehauchten Nummern der Marke „Starport Blues“ oder auch den getragenen balladesken Songs wie z.B. dem Titeltrack dieses Albums „Atavism“. Und mit „Atavism II“ haben sich die Herren dann auch noch eine absolute Krachernummer für einen gelungenen Ausklang der aktuellen Scheibe bis zum Schluss aufgehoben, was einen unwillkürlich dazu verleitet, die CD direkt nach den letzten Tönen dieser Nummer neu zu starten.
Fazit: Egal mit welchem Label man das Ganze hier verkauft, Slough Feg bieten einfach guten Metal, der es definitiv verdient hat, endlich aus dem Underground-Status, der den Jungs immer noch anhaftet, hervorgehoben zu werden. „Atavism“ – 10 Points!