Oh Mann, mich hat schon lange nicht mehr auf Anhieb eine Platte so sehr genervt wie vorliegendes Produkt. In Momenten wie diesen Frage ich mich immer, wie manche Bands an einen Plattenvertrag kommen, denn das was Silversurfer hier bieten ist in meinen Augen ziemlich entbehrlich und tendiert sogar stellenweise ins Peinliche.
„Hart nach vorn“ klingt nämlich irgendwie so, wie sich brave Jungs wohl Rap vorstellen, was vor allem an den Texten liegt, die entgegen dem Albumtitel eher wenig hart sind und ständig eine Pseudo-Angepisstheit mitklingen lassen. Tut mir echt leid, aber Textzeilen wie „Du hast fünf an deiner Hand, lass den Mittleren stehen“ oder „Ihr habt versucht uns das zu nehmen, und versucht uns zu verdrängen, dabei so lächerlich versagt, uns in die Schublade zu zwängen“ reißen mich wirklich nicht vom Hocker und diese ansonsten schon mal gerne den Böhsen Onkelz so eigene „Die Welt hasst uns“ – Attitüde ist auch inzwischen schon arg abgelutscht. Musikalisch untermalt werden diese Texte durch Rap-Standards, wie sie vor allem deutschen Bands dieser Couleur (z.B. Such A Surge, Fettes Brot etc.) gerne verwenden. Ganz nett, aber nicht sonderlich spannend oder gar aufregend.
Fazit: Für mich ist „Hart nach vorn“ ein arg mittelmäßiges bisweilen stark nervendes Album. Silversurfer und ihre Fans werden das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anders sehen, aber das ist ja das schöne an der in unserem Lande herrschenden Meinungsfreiheit. Ich möchte zum Ende hin dann doch noch mal ein Textzitat der Platte aufgreifen und das an dieser Stelle einmal unkommentiert stehen lassen: „Denn ich war niemals Rapper und werd auch niemals einer sein, keinen Flow, keine Styles, eigentlich ein armes Schwein“.