Rezensionen

Silverstein: Discovering the Waterfront

(Victory/Soulfood)

Autor: SD / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Als SILVERSTEIN vor zwei Jahren ihr "when broken is easily fixed" Album veröffentlichten, hatte ich der Truppe eigentlich schon vorausgesagt, richtig bekannt zu werden. Irgendwie blieb das allerdings aus. Keine Ahnung warum, denn eigentlich passten sie perfekt auf den steigenden "Brüll/Singsang-Emocore" Ast neben Bands wie Waterdown, Atreyu, BoySetsFire oder der Ausnahmeband Thrice. So wirklich abgeflaut ist diese Bewegung noch nicht - mit Combos wie Days In Grief oder Fire In The Attic sind bereits eine Menge junger Nachzügler unterwegs. SILVERSTEIN scheinen das Ganze im Auge behalten zu haben, denn auf "Discovering the Waterfront" präsentieren sie sich als musikalisch etwas gereifte Band, die instrumental etwas mehr Detailliebe präsentiert und nicht noch mal mit einer totalen Kitsch-Nummer wie ‘Smashed Into Pieces’ um die Ecke kommt. Auch wenn besagter Ohrwurm das Zeug zum Hit gehabt hätte, war er dann warscheinlich doch zu aufdringlich-popig. Auf ihrem neuem Werk bewegen sie sich wieder mit emotionalem Gesang und Geschrei zwischen Rock, Punkrock und etwas Metal. Das Gegniedel bei einer Nummer wie ‘The Ides Of March’ scheint man sich tatsächlich direkt bei Thrice abgeguckt zu haben. Und da haben wir das Dilemma der vorliegenden Band: Sie klingt wie eine etwas auf den Punkt gebrachte Quintessenz dessen, was Thrice machen. Nur sind weder die Melodie-Linien der Vocals so großartig, noch jagt einem die Gitarrenfraktion einen Schauer nach dem anderen über den Rücken, so wie es beim offensichtlichen Vorbild der Fall ist. Einen gewissen Pathos besitzen SILVERSTEIN zwar auch, allerdings trifft er bei ihnen nicht nicht so originell ins schwarze und kann auch schnell nerven.
Was unterm Strich bleibt, ist ein für sich genommen trotzdem ziemlich gutes Album zwischen leisen/nachdenklichen und heftigen Tönen, an dem es nicht wirklich viel zu meckern gibt. Hätte man nur nicht schon gehört, wie das noch besser, einfallsreicher und weniger ktischig geht … dann wäre aus der Musik von SILVERSTEIN beim Hörer vielleicht nicht so schnell die Luft raus …

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