„Schön, aber langweilig. Oder auch: schön langweilig.“, mit diesen Worten schloss der Untergebene Krüger einst seine Besprechung zu Einmal Accum und zurück, dem Debüt des Ex-Pornomat-Frontlader Siebeth. Und beinahe denselben Eindruck erweckt bei den ersten Durchläufen auch der Nachfolger Trainingsjackensupervisorfreak. Poppige Töne, geprägt von Leichtigkeit, einfachen Melodien, ironischen Texten, aber auch melancholischen Seiten. Jeder Ton, jede Faser dringt sanft in die Gehörgänge und sorgt für wenig Aufsehen. Aber was anfangs als anbiedernd aufgenommen wird, ist die tatsächliche Stärke: Man muss sich nicht durch die Platte quälen, einen Intellektmarathon hinlegen, um Gefallen zu finden, Trainingsjackensupervisorfreak ist einfach nettes Kino, mit netten Geschichten und freundlichen Klängen. Da gibt es das sommerliche 3 minutes mit Miss Jessica von der Sam Ragga Band, das an Beck angelehnte Eine Vision, das von einem Hörspiel eingeleitete Auto Tune und den ungenannten Bonustrack, der sich dem Problem der Supermarktumbauten annimmt. Alltagsklamauk, aber gut inszeniert. Es müssen halt nicht immer die großen Themen und außerirdischen Klänge sein, die eine gute Platte machen. Den Siebeth leg ich auf jeden Fall gerne wieder auf…
Rezensionen
Siebeth: Trainingsjacken supervisorfreak
(Indigo)
Autor: DJ / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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