Manchmal merkt man, dass man langsam aber sicher alt wird. Ein gutes Beispiel sind die Jungs von Sick Of It All. Ist es nicht erst ein paar Jahre her, als die NYHC Legenden mit „Scratch The Surface“ den Soundtrack meiner Bundeswehrzeit (sic!) auf den Markt gebracht haben ? Nein, leider nicht. Inzwischen sind 12 Jahre ins Land gezogen und die Jungs sind nun auch schon seit guten 20 Jahren dabei. Ist nicht jetzt langsam Zeit es langsamer angehen zu lassen ? Scheinbar nicht, denn „Death To Tyrants“ ist ein Brett geworden, wie ich es von den älteren Herrschaften nicht mehr erwartet hätte.
Um es gleich zu sagen, Metalcore Fans sollten besser weghören, denn „Death To Tyrants“ ist Hardcore alter New Yorker Schule. Cleane Vocals oder schöne Giterrensoli wird man verzweifelt aber vergeblich suchen, stattdessen findet man die wütenden Vocals von Lou Koller, ich frage mich wie man solange so wütend sein kann, die einzigartige Gitarre von Pete Koller und natürlich das Drumming des vielleicht besten Hardcoredrummers aller Zeiten : Armand Majidi. SOIA waren schon immer eine Band die durch die gewaltige Aggression gelebt hat, durch die Verzweiflung und die Wut, aber auch den Wunsch nach Veränderung, den Willen etwas zu verändern….diese Dinge hört man auf „Death To Tyrants“ in jeder Note, jeder Silbe. Wer wissen will, was ich genau meine, sollte sich einmal den Song „Leader“ anhören, ich habe lange keinen Song mehr gehört, der seine Wut dermaßen auskotzt. Auch ein weiterer wichtiger Bestandteil der Musik von Sick Of It All darf natürlich nicht fehlen, die Mitsing und Groove Parts. Wenn ich mir Songs wie „Take The Night Off“ oder „Makle A Mark“ anhöre, dann kann ich die blutenden Lippen und ausgeschlagenen Zähne im Piet beinahe sehen. Ein weiteres großes Plus von „Death To Tyrants“ ist der Mix von Tue Madsen, der die messerscharfen Rhythmen der Band wuchtig aus den Boxen drückt und der Gewalt einen neuen Maßstab setzt.
Sick Of It All haben es nie nötig gehabt sich ein Bollo Image zu zulegen, sie klingen immer noch wie die wütenden Kids von nebenan, nur sind die Kids nun zu wütenden Erwachsenen geworden, die die Missstände in der Welt nun mit noch mehr Nachdruck anklagen. Mögen noch so viele Menschen meinen, dass der Metalcore den Tod des Hardcores nach sich zieht. Solange noch Bands wie SOIA Alben wie „Death To Tyrants“ auf den Markt werfen, kann diese Szene nicht sterben. Auch wenn es die ersten peinlichen Auswüchse gibt, man denke nur an die bevorstehende Cro Mags Tour. Mögen Sick Of It All von solchen Geschehnissen verschont bleiben. Zum Abschluss noch ein Zitat aus „Take The Night Off“ : „Let´s celebrate, that we don´t give a shit!“. In diesem Sinne..
Rezensionen
Sick Of It All: Death To Tyrants TIPP
(Century Media)
Autor: CF / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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