Beschreibung: In London treibt ein Wahnsinniger sein Unwesen, der wahllos Büsten des französischen Kaisers Napoleon zerstört. Inspektor Lestrade von Scotland Yard ist ratlos. Als auch noch ein Mord geschieht, greift Sherlock Holmes ein. Und der hat seine Zweifel, ob es sich bei dem Napoleonbüsten-Mörder tatsächlich um einen Wahnsinnigen handelt.
Dass Sherlock Holmes sich auch heute noch größer Beliebtheit erfreut, zeigen nicht nur die zahlreichen Vertonungen der Arthur Conan Doyle Geschichten, sondern auch, dass es mir diese Woche nicht gelang, eine der zahlreichen Bücher in der Bücherei zu ergattern, um am 1. Januar verkatert die eine oder andere Geschichte einmal im Original zu studieren. Alle ausgeliehen! Ob sich in hundert Jahren die Menschen auch noch so sehr für Harry Potter interessieren werden? Es ist also sicherlich gut, dass Maritim weiterhin auf die Detektivlegende von der Insel setzen. (Schade nur, dass in Hollywood der Pfeifenraucher nach der kultigen Geschichte um seinen ersten Fall und sein Kennenlernen von Watson in Vergessenheit geraten ist!).
In seinem fünften Abenteuer für das Dortmunder Label hat es Holmes mit einem angeblich Verrückten zu tun, der seinen Hass auf Napoleon an dessen Büsten auslässt. Während Inspektor Lestrade von Scotland Yard im Dunklen tappt, bemerkt Holmes, dass es sich nicht um irgendwelche Büsten handelt, sondern um Büsten aus einer bestimmten Herstellung. Anscheinend geht es dem Irren nicht um Napoleon, sondern nur genau um diese Büsten. Holmes, Watson und der ewig zweifelnde Lestrade stellen dem Unbekannten eine Falle.
Als Fan der Drei Fragezeichen-Serie und Anhänger vor allem ihrer klassischen Fälle hat man schnell die Lösung bei diesem interessanten Fall gefunden. Man denke nur an die schwarze Katze oder den Fluch des Rubins. Beinahe ähnlich verhält es sich auch beim zweiten Holmes-Abenteuer um den blauen Karfunkel. So hält der eifrige Hörspielhörer schon nach wenigen Minuten die Lösung parat, darf aber dennoch dem Streben nach Aufklärung des skurrilen Duos lauschen. Und hier scheint mir im Hause Maritim noch eine Schippe Kohle mehr in den Ofen gejagt worden zu sein! London wirkt einfach noch lebendiger, die Figuren in der Millionenstadt noch authentischer, noch witziger gespielt. Wenn Rode und Groeger so weitermachen, finden sie irgendwann gar nicht mehr aus ihren Rollen zurück! Und mit Volker Brandt fügt man der Truppe einen neuen Sprecher hinzu, dessen Charakter Inspektor Lestrade dem Hörer zukünftig sicherlich häufiger begegnen wird. Wenn ich auch noch nicht ganz so warm mit der Arbeit von Brandt geworden bin. Dennoch: gute Krimikost!