Beschreibung: Die junge Frau von Robert Ferguson wird dabei ertappt, wie sie dem gemeinsamen Baby das Blut am Hals aussaugt. Ist sie wirklich ein Vampir?
Im zweiten Fall wird der Meisterdetektiv mit dem Rätsel um das ”gefleckte Band” konfrontiert. Helen Stoner befürchtet, dass ihr Bbald ein schreclicker Tod drohen könnte.
Bevor Maritim ihre eigene Sherlock Holmes Serie genau mit diesem Titel fortführen können, kommen Titania Medien ihnen mit einer Umsetzung der gleichnamigen Kurzgeschichte Der Vampir von Sussex zuvor. Abzuwarten dürfte sein, wie unterschiedlich die Interpretationen der Sir Arthur Conan Doyle ausfallen werden.
Titania Medien gehen dabei zu Beginn sehr clever vor. Während im Original die Vorgeschichte schlicht in einem Brief von Robert Ferguson an Sherlock Holmes geschildert wird, nutzt Marc Gruppe einen Prolog, um dem Hörer den Hintergrund in einer düster-dramatischen Sequenz vorzuführen. Der langatmige Brief weicht somit einer kürzeren Version und einer gespielten Darstellung. Ansonsten hält man sich recht nah an der Originalerzählung, was Knappheit und Dichte der Geschichte fördert. Findige Krimikundige werden unterstützt von der stimmlichen Charakterdarstellung der Figuren selbst bei durchschnittlicher Aufmerksamkeit schnell des Pudels Kern gefunden haben. Allerdings ist die Indizienfindung Holmes immer noch hörenswert. Heute hätte die Geschichte allerdings mit einem Besuch der Supper Nanny ihr Ende gefunden.
Neben der Kurzgeschichte Der Vampir von Sussex findet sich sicherlich nicht nur zwecks der Füllung, sondern auch aufgrund einer gleichsam schwarzgefärbten Atmosphäre die Geschichte Das gefleckte Band auf der CD. Während im ersten Fall Holmes und sein Geselle Watson einen Säugling vor dämonischem Treiben retten durften, widmet sich Das gefleckte Band dem ebenso mysteriösen Tod von Julia Stoner. Deren Schwester Helen fürchtet nicht nur, dass sie das nächste Opfer des unsichtbaren Mörders sein wird, sondern ebenso ihren Stiefvater Dr. Roylott, einen jähzornigen Mann, der vom Tod der Stiefkinder profitieren würde. Die Aufklärung führt Holmes und Watson nicht nur auf das Anwesen von Dr. Roylott, sondern auch in das Zimmer, in dem Julia Stoner auf merkwürdige Weise plötzlich und unter unerklärlichen Umständen starb. Dass sie sich damit selber großer Gefahr aussetzen, ist den beiden Detektiven dabei durchaus bewusst.
Beide Geschichten flackern nicht nur wegen ihres unheimlichen Hintergrundes auf, sondern zehren vor allem auch von der gerne im Haus Titania Medien gesetzten Atmosphäre. Unwetter inklusive Wind, Regen und Gewitter sind immer dann dienlich, wenn man eine unsichtbare Bedrohung zumindest anzudeuten denkt. Das verzweifelte Spiel der betroffenen Personen, denen die furchtbare Last (Robert Ferguson) /Angst (Helen Stoner) auf die Stimme drückt, steht dabei immer in Kontrast zu der süffisant-erheiterten Leichtigkeit des Londoner Detektivs, der damit nicht nur seine Klienten verblüfft, sondern auch seinen treuen Freund Watson in Verzweiflung stürzt. Auch wenn die stimmliche Färbung eher untypisch für das Detektivpaar ist, so ist das foppende Spiel Holmes gegenüber Watson ebenso erfrischend wie bei anderen Audioumsetzungen. Auch wenn sie weitaus jünger als ihre Sprecherkollegen in den gleichen Rollen klingen.
Im rundum gelungenen Titania Medien-Leckerlitütchen gilt auch hier, dass der süßlick-lockende Nostalgie-Krimispaß süchtig macht und einen Nachschlag wünscht.