Die Sepultura Geschichte an dieser Stelle erneut aufzurollen, dürfte nicht nur mühselig, sondern auch überflüssig sein. Die Historie der brasilianischen Weltmusik-Thrasher dürfte bekannt sein, die Höhen und Tiefen haben sowohl Fans als auch Kritiker miterlebt. Aber unbeeindruckt von der personellen und musikalischen Achterbahn zeigen sich vor allem die brasilianischen Fans, die ihre Landsmänner auf dem porträtierten Gig in Sao Paulo frenetisch abfeiern. Möglich scheint mit dies nur zu sein, indem man den Anwesenden einen druckvolleren Gesamtsound vorgesetzt hat. Den der heimische Hörer bekommt mit Live in Sao Paulo klangtechnisch nicht mehr als einen besseren Bootleg vorgesetzt: kein Druck, kein Knall und recht untergemischte Vocals, die Shouter Derek Green erneut blass erscheinen lassen. Statt mittendrin ist man zuhause lediglich außen vor, von einem atmosphärischen Overkill kann hier nicht die Rede sein.
Schade eigentlich, bekommt man mit der DoCD vor allem Klassiker aus dem Bandrepertoire geboten und werden Songs der Green Ära beinahe gänzlich ignoriert. Die Band serviert lieber Gefordertes: Innerself, Beneath the remains, Troops of doom, Biotech is Godzilla, Roots bloody roots, Sepulnation, Arise, Dead embronic cells, usw… Aber was nützt einem all die Herrlichkeit, wenn man statt leuchtender Farbe lieber mit Grautönen arbeitet. Sepultura bleibt somit für mich auch 2005 bzw. 2006 nicht mehr als eine schöne Jugenderinnerung…