Inhalt: In seine Heimatstadt zurückgekehrt, wird der junge Kulturwissenschaftler Christian Wagner in mysteriöse Todesfälle verwickelt. Als ihn eine unsichtbare Macht ins Schattenreich führt, enthüllen sich ihm die Nachtseiten der menschlichen Natur: Hinter den Masken bürgerlicher Wohlanständigkeit treibt ein skrupelloses Netzwerk ein größenwahnsinniges Spiel.
Kritik: Schattenreich – Die Hörspielserie hat einen Knackpunkt: Und das ist der etwas verkrampfte Versuch, eine düste Geschichte über Verschwörung, Mystery und Mythen mit dem Gothic / Darkwave / Industrial /… – Genre zu verknüpfen. Die Musik ist dabei nicht das Problem. Der Titelsong von Secret Discovery ist nett, die anderen Stücke (u.a. Zeraphine, XPQ-21, Combichrist) werden als Zwischensequenzen oder Teil der Kulisse passend genutzt. Genrefans wird dies freuen, anderen dürfte die Musik etwas zu aufdringlich sein. Klasse ist auf jeden Fall die atmosphärische Musik, die man zusammen mit dem Berliner Filmorchester und Kammerchor eingespielt hat. Das Problem ist vielmehr eine vollkommen übertriebene und deplazierte Szenen in einem Club, in dem die Gothic Szene glorifiziert wird. Und deren Zusammenhang mit der restlichen Szene sich nicht erschließen will. Und dieses Hineinquetschen der Handlung in das enge Korsett merkt man auch an anderen Stellen.
Und dies ist sehr schade, denn diese erste Folge macht neugierig auf mehr. Die Handlung entwickelt sich zwar recht langsam und der Hörer weiß nicht so recht, in welche Richtung es überhaupt gehen soll, aber wenn man auf das ständige Fragenzeichen auf der eigenen Stirn steht, wird man glücklich mit Schattenreich. Es gibt Leichen mit abgetrennten Köpfen, kryptische SMS, einen Protagonisten mit elitärer Vergangenheit und vage Andeutungen.
Vorgetragen von einem charismatischen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Sprecher Alexander Scheer in einem passablen Ensemble (u.a. Sandra Speichert, Volker Brandt, Anna Thalbach und Oomph Sänger Dero) eingefangen in einer drückenden Atmosphäre, spricht es an. Man kann den Machern nur mit auf den Weg geben, dass sie nicht zu sehr das schwarze Publikum fokussieren, sondern die Serie auch für die breite Masse an Hörspielfreunden öffnen.