Rezensionen

Saga: Trust

(Insideout Music / SPV)

Autor: CF / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Saga - TrustSaga polarisieren, das ist keine Frage. Seit ihrem Debüt streiten sich die Gelehrten ob des nun Progressiv Rock oder Melodic Rock ist, nur eins waren die Kanadier nie, nämlich Mainstream. Ich bin ein großer Fan der drei ersten Alben, die Alben der 90iger waren alle erschreckend uninspiriert und obwohl es eine Steigerung gab, hat mich die Band seit „Silent Knight“ nicht mehr wirklich überzeugt und das war 1980!
Doch nun scheint es endlich besser zu werden, denn auf „Trust“ besinnen sie sich wieder mehr auf ihre Stärken. Soll heißen, dass wieder mehr Wert auf progressivere Versatzstücke in ihrer Musik legen. Auch wirkt die Instrumentierung wieder liebevoller, mit Seele gespielt und geschrieben, nicht derart steril wie es zuletzt manchmal der Fall war. Ein gutes Beispiel ist der Song „You Were Right“ der alles beinhaltet, was Saga Jünger verzweifelt vermisst haben. Stakkato Riffs, die sich mit den Keyboards duellieren, Michael Sandlers unverkennbare Stimme und endlich wieder wuchtige Drumparts, für die sich „Bandfrischling“ Brian Doerner verantwortlich zeigt. Endlich treten auf „Trust“ auch wieder die Gitarren in den Vordergrund, denn nicht umsonst wird Ian Crichton als einer der besten Gitarristen bezeichnet, endlich zeichnet er sich wieder so aus, wie man es von ihm gewohnt war. Wichtigstes Instrument bei Saga ist und bleibt aber das Keyboard, Jim Gilmour ist einfach DIE Koryphäe unter den Keyboardern. Die legendären Saga Keyboardduelle sind auch endlich wieder auf „Trust“ zu finden Man hört mehr als einmal wo sich Kevin Moore (ex DreamTheater, Chroma Key, OSI) oder Jens Johannson (Stratovarius) manche Kniffe abgeschaut haben.
Trotzdem darf man von den Kanadiern nicht plötzlich atonal-progressive Gedankenstürme erwarten, die mit Songs nur ansatzweise etwas zu tun haben. Immer noch ist sehr melodischer Progressiv Rock die Musik, die auf den Fahnen von Saga steht, immer ein wenig melancholisch und doch aufbauend. Es ist schwer die Stimmungen der wirklich bombastischen Songs zu umschreiben, da sie nicht nur musikalisch, sondern auch emotionell sehr vielschichtig sind. Vor vielen Jahren hätten einige Songs bestimmt das Potenzial gehabt, auch die Charts zu stürmen, aber diese Zeit ist längst passé.
Fans die eh alle Scheiben von Saga haben müssen, kaufen „Trust“ blind, Leute die die Band erst seit ein paar Jahren kennen, werden überrascht sein, wie frisch sie wieder klingen können und die ewigen Nörgler, so wie ich, können an „Trust“ erkennen, dass man mit den alten Kanadiern wieder rechnen kann.

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