Cypress Hills Sen Dog lässt einmal mehr seiner Rock-Affinität freien Lauf. "Rhymes in the Chamber" heißt das Ergebnis, das in den Staaten bereits vor fünf Jahren als "Mad Dog American" über die Ladentheke ging. Dementsprechend antiquiert klingt die Scheibe. Noch mehr sogar, als es das Erscheinungsjahr vermuten lassen würde. Es fühlt sich beinahe an wie zu Zeiten von Body Count. Als die "Judgement Night" zum Nonplusultra des modernen Musikkonsumenten avancierte und überall Pantera-Shirt-Träger die Stadt bevölkerten.
Ist das jetzt gut oder schlecht? Keine Ahnung, das muss wohl jeder selbst für sich entscheiden. Ich persönlich find’s okay, und Musik wird dadurch schließlich nicht schlechter, weil sie zurzeit nicht angesagt ist. Nicht okay ist allerdings, dass das Album in sich recht wenig abwechslungsreich ist. Und selbst wenn ein Song wie "Tequila" mal mit einer funky Wah-Gitarre ins Rennen geschickt wird, übernimmt gleich Sekunden später wieder ein Brat-Riff das Kommando.
Für Nostalgiker und Body Count- oder RATM-Anhänger mögen die "Rhymes in the Chamber" einige Stunden Erlösung bringen, alle anderen sollten der Scheibe wenigstens einen Testlauf gönnen.