Seit der Auflösung der mehr als legendären Led Zeppelin meldet sich Robert Plant immer wieder mit seinen musikalischen Ideen zu Wort.
Mal geht’s dabei poppig zu, mal rockt es auch ganz ordentlich und hin und wieder ist auch die Bezeichnung „abgedreht“ nicht so ganz von der Hand zu weisen. Besonders das letzte Album „Dreamland“ war doch für viele Plant-Fans und auch alte Zepheads teilweise ein wenig gewöhnungsbedürftig, allerdings auch von einigen exquisiten Glanzlichtern geziert.
Nach diesem Kniefall vor den musikalischen Vorbildern legt Plant nun mit „Mighty Rearranger“ wieder ein Album vor, das gänzlich seines ist. Allerdings zitiert auch hier Plant deutlich in eigenen Kompositionen seine musikalischen Inspirationen.
Unüberhörbar kommen da nordafrikanische Einflüsse zur Geltung – Plant fährt seit viele Jahren immer wieder in die Wüste und lässt sich von der Musik der Tuareg inspirieren. Bereits der erste Titel „Another Tribe“ sei hier als schönes Beispiel genannt. „Somebody Knocking“ ließe sich sicherlich auch als spätentdeckte Perle aus dem Zeppelin-Nachlass verkaufen. Auf dem berühmten Four Symbols-Album hätte es neben der „Battle of Evermore“ eine blendende Figur gemacht …
Ein Titel wie „All the King’s Horses“ steht mehr in der Tradition Plant’scher Balladen, die es ja auch zur Genüge gibt. Und um dem abwechslungsreichen Mix noch eine weitere Facette zu verleihen, gibt es zum Beispiel im Titeltrack „The Mighty Rearranger“ starke Anklänge an Bekanntes à la John Lee Hooker. Das klingt aber nie aufgewärmt, sondern durchaus frisch und neu.
Und damit er alle diese Ideen auch adäquat umsetzen kann, greift er auf inzwischen bewährte Mitstreiter zurück, die allesamt ebenfalls ein ordentliches Pfund an Erfahrungen einbringen können. Die Produktion ist tadellos und der Sound des Albums setzt durchaus Maßstäbe.
Insgesamt also ist alles beim Alten und doch ganz anders. Robert Plant ist ein Musiker und Songwriter, der sich nicht festlegen lässt – höchstens auf die Präsentation immer neuer Facetten eines überraschend großen Fundus an musikalischen Ideen. „The Mighty Rearranger“ ist ein unbedingtes Muss für alle Zepheads und Plant-Fans. Allen, die mit der Musik noch nicht so vertraut sind, kann ich es als Einstieg allerwärmstens ans Herz legen. Ein echt starkes Teil.