Das sich mantramäßig wiederholende Motherfuckerrepertoire vieler Rapinhalte verursacht mittlerweile oft nicht mehr als ein kraftloses Gähnen. Themen wie Schwanzlänge, scharfe Bräute und Autos knacken sowie essentielle Fragen des Drogenkonsums mögen zwar eine gewisse Authentizität aus dem Leben rappender Protagonisten vermitteln und Jugendschützer zu Zensurmaßnahmen anregen, spricht jedoch in seiner Gänze nur einen Bruchteil der möglichen Bereiche an, die für Jugendliche von Interesse sein dürften. So besteht das Leben von vielen Heranwachsenden eben nicht nur aus Coolsein und dem Tragen hipper Klammotten, sondern mitunter auch aus platzenden Träumen, nagenden Selbstzweifeln und Suizidgedanken.
‚Verzweifelt’ der Formation Rapsoul nimmt dieses sensible Thema auf und anhand der inhaltlichen Umsetzung darf man davon ausgehen, daß hier eine große Portion an autobiographischen Erfahrungen eingeflossen ist. So handelt das Stück von einem Musiker, der früh Vater geworden ist und auf seinem musikalischen Weg nach oben den ein oder anderen Rückschlag einstecken mußte.
Erfreulicherweise kommen Rapsoul auf ihrer ersten Singleauskopplung fast in Gänze ohne Yo-Man-Yo-Attitüden aus und mit dem Hinzufügen von einer Prise Soul und R’n’B wird dem Stück eine gewisse Sanftheit verliehen, was angesichts des Inhalts auch angemessen erscheint.