Die ewigen Diskussionen um Phillip Boa als ungekrönter König der deutschen Indie-Szene oder auch als dessen Verräter an den Pomp und Kommerz sollen uns an dieser Stelle nicht kümmern und sind mittlerweile wohl auch Schnee von gestern. Hier geht es allein um seine neueste Kreation Decadence & Isolation, das sich mit seinen 11 Tracks zwar wenig progressiv und experimentell zeigt, dafür aber durchweg eine gleichbleibende Qualität im typischen Boa-Stil aufweist.
Klar erkennbar sind auf dem neuem Album nach wie vor Boas eher mäßige gesanglichen Qualitäten: Hier mal ein paar Sätze hingerotzt, dort mal scheinbar lustlos mitgeträllert. Das garantiert jedoch Wiedererkennungswert, ist seit eh und je Teil seiner Musik. Um so besser klingt dann die Stimme Pia Lunds, die regelmäßig im Refrain Boas Vertonungen gesanglich kontrastiert. Nicht zuletzt aus diesem Grunde zeigen Titel wie ‚Have You Ever Been Afraid’ hitverdächtiges Potential: Boatische Punk- und Rockelemente werden in idealer Weise durch Lunds wavige Schmachtstimme ergänzt. ‚Decadence And Isolation’ und die fetzige Hommage an die eigene musikalische Vergangenheit ‚Making Noise Since 85’ laden gar zum lauten Mitsingen ein. ‚2 White Moths And A Black Cat’ beschert darüber hinaus Erinnerungen an B52. Fazit: Alles in allem eine stimmige und runde Sache!
Und: Zeitgleich mit dem Album wird auch die limitierte Singleauskopplung ‚Burn All The Flags’ veröffentlicht, die mit dem dazugehörigen Video, drei Non-Album-Songs und einem Phillip Boa Interview aufwarten kann.