Nennt es grundloses Vorurteil, aber immer wenn mich ältere Männer in Rüschenhemden böse guckend von CDs aus ankniffeln bin ich kurz davor zu brechen und würde eine solche CD am liebsten ungehört in die Tonne kloppen. Kann denen mal bitte wer sagen, dass so was inzwischen komplett out ist und außerdem bescheuert und vor allem im höchsten Maße tuntig aussieht!?
Wie ich jetzt darauf komme? Phantom-X sind natürlich Anhänger dieser Rüschenhemden Fraktion und starren mich gerade von der Rückseite ihres Releases „Rise of the Phantom“ aus lächerlich böse an. Dem ersten Wegwerfreflex trotzend habe ich das Werk dann doch meinem CD-Player in den Schlund geworfen und höre die Nummern inzwischen zum vierten Male in Folge. Vier Komplettrotationen hat dieses Album dann immerhin geschafft, weil es nicht ganz so furchtbar ist, wie es das Outfit im ersten Moment vermuten ließ. Aber damit hat es sich dann für mich im Großen und Ganzen dann auch schon, denn außer ein paar recht gefälligen Rock / Metal Nummern haben die Mannen um Omen Fronter Kevin Goocher für meinen Geschmack nur wenig bis gar nichts in ihrem Repertoire. Will heißen, ich kann mir die Scheibe anhören, ohne dass sie mich groß stört, aber ich könnte auch gut weiterleben ohne sie zu besitzen, und ich würde irgendwie komplett nix vermissen, wenn ich sie nie gehört hätte. Ein mittelmäßig durchschnittlicher Release halt, der sachte vor sich hinrockt, aber nur wenig Abwechslung, geschweige denn große Momente bietet.
Fazit: Wer sich gar nicht genug Power Metal Scheiben in die heimische Sammlung stellen kann, der wird evtl. mit „Rise of the Phantom“ glücklich werden, aber wegen mir brauchen Phantom-X nicht unbedingt noch einmal ein Studio für eine weitere Platte zu betreten, es sei denn, sie haben vor, sich noch einmal beträchtlich zu steigern. Entbehrlicher Durchschnitt, deswegen 5,5 Punkte!