Rezensionen

Paradise Lost: Paradise Lost

(Gun Record (BMG))

Autor: DJ / Kommentare: Bisher keine

Bild von Paradise Lost - Paradise LostParadise Lost haben inzwischen auch schon eine lange Geschichte, eine Geschichte, in der sie nicht nur sich immer neu erfunden haben, sondern sicherlich (mit-)prägend für das eine und auch das andere Genre waren. Als sie zu Beginn ihrer Karriere Lost Paradise und Gothic veröffentlichten, definierten sie mit diesen Werken nicht nur das Klischee Doomcore, sondern erweiterten den schlichten Death Metal damaliger Zeit nicht nur um ein deutliches Plus an Harmonie, sondern führten den Gebrauch einer begleitenden Sängerin als ein Element ein, was später von zahlreichen Gruppen kopiert wurde. Mit dem folgenden Shades Of God dürften sie Mitbegründer des Genres Gothic Metal gewesen sein, schraubte der britische Act doch seine Death Metal Wurzeln bis auf ein Minimum zurück und kokettierte deutlich mit der Gothic und Wave-Richtung. Diese Fusion behielten sie auch im Folgenden bei, verloren sich dabei aber immer mehr in elektronischen Spielereien, dezenten Experimenten, was schließlich doch in einem Bruch mit dem Metalgerne gipfelte, weil die Band wie der kleine Bruder von Depeche Mode daherkam. Dass die Gruppe um Frontjesus Nick Holmes dabei immer noch verblüffend gute Nummern schrieb, dürfte dem einen oder anderen dabei entgangen sein. Doch schon mit dem letzten Werk Symbol Of Life kündigte sich eine Rückbesinnung auf alte Stärke und auch Härte an.

Das selbst betitelte neue Werk Paradise Lost winkt daher nun geradezu in Richtung Drittwerk. Gitarrist Greg Mackintosh haut wieder deutlich mehr geile Licks raus, während Produzent Rhys Fulbers elektronischer Einfluss zwar immer noch deutlich ist, den Songs aber nicht mehr als nur ein gewisses Rückgrat verleiht. Nick Holmes ist zwar immer noch kein herausragender Sänger und manch einer würde ihn lieber wieder Grunzen statt Singen hören, aber Charisma hat sich der einst schüchterne Fronter inzwischen sicherlich erworben. Dass manch ein Song auf der zwölf Track umfassenden Scheibe dabei an manch jungen Gothic Metal Act der letzten Jahre erinnert, zeigt dabei nur deutlich, wie immens groß der Einfluss der Briten auf die folgenden Generationen war. Was ihnen allerdings fehlt, ist dieses gewisse Etwas, das man vielleicht den Nimbus der Ursprünglichkeit nennen kann. Der ist den Briten nämlich mit dem neuen Werk sicherlich wieder treu zur Seite, wenn sie auch inzwischen keinen neuen Wind und Überraschungen mehr in die Szene bringen, dafür aber immer noch ein Garant für geile Songs sind.

Eine Wertung entfällt, da zu Rezensionszwecken nur ein Promotape vorliegt, was nicht 100% mit dem finalen Werk identisch ist.

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