Rezensionen

Pandoras Playground: Durch das Elfenglas (1)

(Pandoras Play)

Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Pandoras Playground - Durch das Elfenglas (1)Beschreibung: Klara blinzelt ungläubig durch die Glasscherbe. Das konnte doch nicht sein, sie sah ein Gesicht in der Jahnplatzuhr! Und die Uhr sprach zu ihr, sie bat sie um Hilfe! In der Stadt gab es noch mehr Gegenstände, die eine Seele hatten – aber nun waren etliche von ihnen verschwunden! Kann Klara das Geheimnis des Elfenglases lösen?

Nachdem man mit den Schattensaiten stagniert, mit den Tonspuren noch nicht wirklich überzeugen kann, dafür aber sehr interessante Serien mit Kassandras Kinder und Chronologie der letzten Tage ins Rennen schickt, machen sich die kreativen Köpfe aus der Tröte von Pandora nun auf ins Genre der Kinderhörspiele. Und begeben sich mit der ersten Folge von Pandoras Playground dran, die Wirklichkeit durchzogen von einer kleinen Ortskunde der Stadt Bielefeld zu mischen mit ein wenig Philosophie und märchenhaften Zügen.

Klara, die kleine Protagonisten, ist ein aufgewecktes Kind, das ihre Umwelt sehr genau unter die Lupe nimmt und sowohl Neugierde als auch Fragen bewahrt hat. Ihre Charakterzüge haben etwas von den Kinderfiguren aus Jostein Gaarder Büchern. Und somit beginnt das Hörspiel auch mit der schwierigen Frage, was denn typisch für eine Stadt sei, was eine Stadt ausmacht. Für Klara können es nicht nur die Gebäude sein, sondern sie vermutet und hofft, dass da noch mehr ist, stellt ihren Eltern geradezu quälende Seinsfragen. Den hoffnungslos überforderten Eltern kann schon zu diesem Zeitpunkt nicht mal mehr die Super-Nanny helfen, weshalb Klara Dr. Oetker (ja! den Dr. Oetker) anruft. (Gut, hier wird es etwas absurd!) Was sie auch nicht weiter bringt, ihr dafür aber kurze Zeit später von einer unsichtbaren Stimme ein Elfenglas zugewiesen wird. Nun kann Klara durch das Elfenglas hindurch das wahre Wesen der Dinge erkennen. Gegenstände sind nicht nur tote Gegenstände, sondern erfüllt von einer Seele, die sich als Gesichter in den Dingen zu erkennen gibt und mit Klara Gespräche über ihr Dasein führen. Jeder Gegenstand besitzt dabei gewisse Eigenschaften und eine gewisse Vorstellung von seinem Platz in der Welt. Und Klara weist jedem Gegenstand, den sie auf ihrer Reise durch Bielefeld trifft, Namen zu, die auf Abstrakta gegründet sind. Und dies ist sicherlich das Interessante an Durch das Elfenglas, bietet die Folge nicht nur harmlose Kinderunterhaltung, sondern regt zum philosophischen Denken über das Abstrakte in der Welt an. Es sind nicht nur die oberflächlichen, sichtbaren Flächen, die Dinge ausmachen (z.B. in diesem Fall die Stadt Bielefeld), sondern es sind die nicht-faßbaren, die abstrakten Eigenschaften, die eine andere Seite an den Dingen aufzeigen. Und hier kommen wir wieder bei Jostein Gaarder an, denn es ist das Fragen, die Neugierde, das Überdenken, das Weiterdenken, was schließlich auch ein Elfenglas überflüssig macht. Der Blick von den Schatten hinüber zu den wirklichen Dingen im Höhlengleichnis bei Platon.

Damit das Hörspiel aber nicht zu kopflastig wird (vielleicht ein kleines Manko, wenn man dem jungen Hörer etwas abverlangen will), gibt es auch noch eine flotte, phantastische, actionreiche Handlung, in der Klara entdeckt, dass manche Dinge keine Seele haben und diese Seelen in Lampen gefangengehalten werden. Hierbei scheint mir allerdings das Verhältnis von Philosophie und leichter Unterhaltung noch etwas unausgewogen, nimmt das Philosophische doch sicherlich mehr als 2/3 des Hörspiels ein und kommt es erst zum Schluss zu einer flotten Handlungsfolge. Allerdings wäre dies auch erst einmal direkt am Zielpublikum zu prüfen…

Die Produktion als solche muss sich hier nicht mehr hinter den Produktionen der großen Label verstecken. Pandoras Play haben hier auf gute Sprecher, eine ideale Geräuschkulisse und einprägsame Musik gesetzt. Und in Christine Hatzenbühler hat man eine Klara gefunden, die stark an die neugierige Gitarrenspielerin aus dem Hause Maritim erinnert und das Hörspiel somit zu einem ebenso sinnvollen, wie auch erlebnisreichen Stück macht. Fortsetzung erwünscht…

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Leave a comment

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis