Rezensionen

Overkill: RelixIV

(Regain Records/Sony)

Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Overkill - RelixIVDass Overkill es können, braucht der New Jersey Export sicherlich niemandem mehr zu beweisen. Overkill steht seit über zwei Jahrzehnten für druckvollen Thrash Metal mit der markanten Stimme von Bobby ‚Blitz’ Elsworth. So bleibt eigentlich bei jeder Platte nur noch die Frage zu klären, in welchem Grad die Gruppe ihre Qualitäten einzusetzen weiß. Und da schlägt es bei den ersten Durchläufen von RELIXIV nicht wirklich auf der Skala aus. Gerade mit dem zweiten Track Love stottert der Overkill-Motor etwas und lässt die Platte zwar als typisch solides Overkill Machstück erscheinen, aber gerade durch die bekannte Gangart und die üblichen Elemente im Songwriting der Gruppe vermisst man etwas die Spritzigkeit und Durchschlagkraft, die man einst so an den Jungs zu schätzen wusste. Ebenso wenig neu wie das Cover erscheinen einem auch die Songs.

Gönnt man RELIXIV allerdings ein paar Durchläufe, stellt man doch überrascht fest, dass schon wie auf dem Vorgängeralbum ziemlich viel Flair von den frühen Overkill zu finden ist. Das zuerst unscheinbar erscheinende Keeper hat gerade durch den Refrain ein wahrhaft old schooliges Flair. Und auch das coole Bats in the belfry, das folgende Pound of flesh oder das die offizielle Scheibe abschließende Play the ace dürften den durchschnittlichen Overkill Fan zufrieden stellen. Daher dürfte man auch eher schleppende Nummern wie das erwähnte Love oder die siebte Nummer Wheelz verschmerzen können, die zumindest bislang bei mir nicht zu zünden wussten. Dafür wartet ja auch ganz zum Schluss noch ein besonderes Schmankerl auf den Hörer: mit dem punkigen Old School hat man mal wieder einen richtigen Mitgröhl-Hit in petto, der ganz in der Tradition von Fuck You steht. Für die Zukunft allerdings würde ich mir auf der einen Seite mal wieder überragende Nummern wie auf dem Klassiker Years Of Decay und vor allem auch schrille Soli im Stil von Bobby Gustafson wünschen. Auf der anderen Seite stände der Band sicherlich auch das eine oder andere Experimente ganz gut, um mehr Abwechslung in die Platte und in die Platten untereinander zu bekommen. Neun wankende Punkte.

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