Beschreibung: Vampire im Wokingham - das ganze Dorf ist in heller Aufregung. Zumal die seltsamen Flattertiere nicht nur auf Blut aus sind, sondern sich mit Benzin, Strom und sogar Whisky vollaufen lassen. Und die Gebissenen machen dann Sachen, die ihnen keiner zugetraut hätte. Goddy und Ihr Freund Cedric sind entschlossen, herauszufinden, was es mit den rätselhaften Wesen auf sich hat.
Flattertiere wie Vampire ist ein Klassiker aus dem Hause Maritim, der nun schon zum dritten (?) Mal aufgelegt wird. Einen Gefallen hat man sich diesmal aber mit dem Cover nicht getan, greift es doch nicht die anvisierte Zielgruppe. Man könnte meinen, es hier mit einer Dokumentation oder einem Feature zu tun zu haben – selbstverständlich bevor die Augen auf die Unterschrift ‚Eine unheimliche Geschichte’ gestoßen sind. Aber selbst dann könnte es noch immer zu Irrungen führen, denn Flattertiere wie Vampire richtet sich vor Allem an die jüngeren Hörer.
Hat es denn endlich einmal sein Publikum gefunden, offenbart sich eine äußerst lebhafte, skurrile Erzählung, die eine eigene Form des Vampirismus darstellt. Im Mittelpunkt steht das kleine Dorf Wokingham, dessen Bewohner in ihrer eigenen oberflächlichen Spießigkeit verderben. Und in dessen ‚Milieu’ Kindern keine Beachtung geschenkt wird. Da gibt es Cedric (Sascha Draeger), der von seinem Vater, dem Friedhofsvorsteher, nur bevormundet, aber nicht ernst genommen wird. Oder Goody, deren Vater Psychologe ist und seit dem Tod ihrer Mutter deren Rolle nur bedingt ausfüllt und für seine eigene Tochter kein Ohr hat. Doch dann kommen die Vampire – und stellen das Dorf nach und nach auf den Kopf. Sie saugen Strom, sie saugen Schnaps, sie saugen Benzin – und geben merkwürdige Fähigkeiten an die Bewohner weiter. So kann Cedric auf einmal Strom erzeugen – und ist damit zum ersten Mal bei seinem Vater richtig gefragt. Aber das ist noch nicht alles: Auf einmal taucht ein dunkler Combi mit einem mysteriösen Pärchen auf und fragen nach Cedrics Vater.
Unheimlich ist die Erzählung nicht wirklich, was daran liegen mag, dass sowohl die Atmosphäre als auch die Geschichte an sich eher von einer freundlichen Phantastik beherrscht sind. Auch die Beschreibungen des Dorfs und seiner Bewohner ist eher fröhlich bunt statt düster. Hinzu kommt die augenzwinkernde Erzählweise von Manfred Steffen, der hier wirklich tolle Arbeit leistet. Und auch wenn das Hörspiel schon einige Jahre auf dem Buckel hat, so stimmen auch heute noch Musik und Geräusche. Kein Wunder, dass Flattertiere wie Vampire ein Hörspiel ist, mit dem viele schöne Kindheitserinnerungen verbinden. Auch heute noch empfehlenswert…