Inhalt: Das größte Hörspielprojekt der Rundfunkgeschichte mit 280 Schauspielern und insgesamt 24 Stunden Laufzeit geht weiter: Die Gralsbruderschaft macht sich bereit, den letzten Schritt zu tun – einzugehen in das Netzwerk Otherland, um das ewige Leben zu erlangen. Die Rätsel um Paul Jonas werden gelüftet, und Renie und ihre Freunde sehen sich mit dem geheimen Betriebssystem von Otherland konfrontiert, das immer nur schaudernd „Der Andere" genannt wird.
Kritik: ‚Beeindruckend’ ist sicherlich das richtige Wort für den dritten Teil der Otherland-Saga. Während in den ersten beiden Teilen durchaus Längen der Handlung den Wind aus den Segeln nahmen, so strebt der dritten Teil mit immenser Zielstrebigkeit dem spektakulären Ende entgegen. Auf dem Weg zum Kern des Netzwerkes werden einige der aufgeworfenen Rätsel gelöst, Neugierde und Voyeurismus des Hörers befriedigt. Die Antworten sind dabei häufig gepaart mit schmerzhafter Überraschung, wie in dem Moment, als der Hörer erfährt, was es mit dem seltsamen Kinderlied auf sich hat, das von einer Person aus Reenies Gruppe erkannt wird. Überhaupt ist es zum Ende hin das Verknüpfen bisher lose in der Geschichte baumelnder Fäden, die die Dramatik des vorletzten Teils ausmachen.
Welche Beziehung hat Paul Jonas zu der Vogelfrau Ava? Welche Rolle spielt die künstliche Emily? Wer hat Reenies Vater entführt? Welche Vergangenheit besitzt der skrupellose Dread? Und was hat es mit dem Anderen auf sich? Alles Fragen, die in der Episode Berg aus schwarzem Glas zumindest zum Teil beantwortet werden. Rätselhaft bleibt aber weiterhin die Figur Sellars.
Dabei wird im dritten Teil das Prinzip der bisherigen Geschichte ein wenig umgekehrt. War es bisher die Gruppe um Reenie, die sich auf der Suche befand und ‚Jagd machte’, so werden die Jagenden plötzlich zu Gejagten. Etwas Unsichtbares hat sich auf die Fersen der Gruppe geheftet. Und auch Orlando und Sam machen Bekanntschaft mit den Mächten, die Otherland regieren. Im alten Ägypten treffen sie nicht nur auf den Anderen, sondern auch auf die Vasallen Osiris, das gewissenlose Duo Finch und Mullet. Und schließlich sogar auf Osiris selber. Paul Jonas indes wacht nach seiner Flucht aus Venedig als Odysseus im antiken Griechenland auf und muss sich auf den Weg nach Troja machen. Dort trifft er auf die verstreuten Charaktere aus der ehemaligen Reenie-Gruppe. Sellars indes befindet sich zusammen mit Christabels Eltern auf der Flucht.
Die sechs CDs lassen sich diesmal widerstandslos in einem Zug durchhören. Sobald die Charaktere sich im Kampf zwischen den Griechen und Trojanern befinden und dort die Rollen griechischer Sagengestalten einnehmen, um aktiv in das Schicksal Trojas einzugreifen, wird man den Player nicht mehr ausschalten. Und enttäuscht registrieren, dass mit der sechsten CD erst einmal wieder Schluss ist. Otherland ist mit dem dritten Teil endgültig im heimischen Wohnzimmer angekommen und wartet sehnsüchtig auf seinen Abschluss im vierten Teil. Der Cliffhanger zum Schluss verspricht ein grandioses Finale!