Denkt man an Spanien, denkt man spontan an Flamenco, an den x-ten Cafe del Mar-Sampler, mitunter auch an vermeintliche Hits wie Macarena und zu allem musikalischen Übel an Las Ketchup. Aber an Funk? Passen Funk und Spanien überhaupt zusammen? – Und wie! Denn die nahezu ausschließlich instrumentale CD des Spaniers Walter Cordone ist eine Produktion dieses Genres par excellence. In dem sage und schreibe 22liedrigem Album One Way Ticket werden gleichwohl andere Stile untergebracht, jedoch immer dem Oberthema Funk untergeordnet. So machen sich chillige Klänge breit (z.B. ‚Migrate’ und ‚Dog’s and Bull’s’), es werden rockige Töne angeschlagen (z.B. ‚The Needles’) und sehr viel jazzige Elemente eingebaut (z.B. ‚My Friend’ und ‚Room’). Dieses Zusammenspiel mündet in einem heißen Groove, der laut gehört werden will. Getragen wird das Ganze von Saxophon, Gitarre und Keyboard und über allem thront der Baß, der sich auf dem gesamten Album recht dominant breitmacht.
Dennoch muß der Hörer einen langen Atem haben, will er alle Stücke hintereinander anhören. Insgesamt werden doch zu wenige Akzente gesetzt und die Tempi zu selten variiert. Nach der Hälfte klingt leider alles sehr ähnlich und man erhält so leicht den Eindruck von Einfallslosigkeit, was angesichts Cordones Virtuosität sehr schade ist. Mein Tip also fürs nächste Album: Weniger, dafür abwechslungsreichere Titel, um beim Hörer ein funkiges Feuer im Herzen zu entfachen.