Irgendwie scheint es so, als ob Hardcore eine der wenigen musikalischen Konstanten in meinem Leben ist. Denn, auch wenn seit den Erfolgen von Biohazard oder Prong der Metalanteil gestiegen ist, die Musik hat sich seit Jahrzehnten nicht groß verändert, weiterentwickelt vielleicht, doch erkennt man sie immer wieder. Es macht nicht viel aus ob die Band aus Amiland, Europa oder, wie im Falle von Nueva Etica, aus Argentinien stammt. Immer steht Wut im Vordergrund, die musikalisch in brachialen Riffs, fiesen Downbeats und brutalen Rhythmen ausgedrückt wird. Textlich wird normalerweise derbst auf die Kacke gehauen, ob das bei den Argentiniern auch der Fall ist, weiß ich nicht, denn mein Spanisch ist einfach nicht vorhanden. Bisher habe ich die spanische Sprache für wunderbar romantisch gehalten, aber die drei (!!!!) Sänger von Nueva Etica brüllen sich gegenseitig in Ekstase, also kein jammernder Emoheuler dazwischen, sondern nur klassische Hardcorebrüllwürfel.
Als klassischen Hardcore muss man auch die Musik der „south american moshmachine“ bezeichnen, auch wenn man ganz gerne mal bei klassischen Thrashbands die Riffs moppst, geschehen bei „Muerte Por Muerte“, und auch gerne die metaltypische Doublebass zu Unterstützung benutzt. Das gewaltige „La Familia Nunca Muere“ mäht vieles nieder, was die Genregrößen in den letzten Monaten abgeliefert haben und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei den anstehenden Konzerten der Argentinier für blutige Nasen und gebrochene Kiefer sorgen.
Der Sound von „Inquebrantable“ ist klar und sehr gut struktuiert, doch leider fällt mir wiedermal auf, dass man die Musik, die von Tue Madsen (Antfarm) gemixt worden ist, inzwischen erkennt und sich langsam eine leichte Langeweile breit macht. Tue ist ein Meister seines Faches und seine Mixes sind immer noch absolute Klasse, doch wie gesagt, man erkennt langsam wo und wann er seine Finger im Spiel hatte.
Nueva Etica haben mit „Inquebrantable“ ein Album auf den Markt, was sehr kurzweilig und auch sehr kurz (28 Min.)ist. Langeweile hat keine Chance und Ruhe auch nicht, die Geschwindigkeit ist immer im oberen Bereich und auch die Down und Moshbeats halten die Aggression beinahe im roten Bereich. Für Fans des gepflegten Hardcores sehr zu empfehlen und auch ein Zeichen, dass nicht nur aus Brasilien Bands kommen, die ein äußerstes an Aggression in sich tragen. Desweiteren haben sie mit einer Sequenz aus dem Filmklassiker „The Warriors“ noch eines der coolsten Intros der letzten Zeit. In diesem Sinne :“Warriors, come out and play !“
Rezensionen
Nueva Etica: Inquebrantable
(Alveran / Soulfood)
Autor: CF / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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