Während in manchen Bereichen der Musik mit dünnen Kompositionen oftmals eine Menge Kohle und Ruhm gescheffelt werden, ist es im metallischen Bereich leider immer noch so, dass ein viel zu kleiner Kuchen unter zu vielen Künstlern aufgeteilt werden muss. Zwar schöpfen auch hier einige etabliertere Acts eine gehörige Portion vom Rahm ab, aber der Großteil der Kapellen schuftet sich den Hintern ab, um wenigstens halbwegs davon leben zu können.
Auch Nocturnal Rites werden davon sicherlich ein Lied singen können, denn ohne jetzt über deren genauen finanziellen Verhältnisse Bescheid zu wissen, liegt diese Vermutung nahe. Seit gut 10 Jahren geben die Schweden alles für ihren Job und veröffentlichen ansprechende Alben in Serie, ohne allerdings zu den Top Acts aufschließen zu können. Schade eigentlich, denn zu gönnen wäre das den Herren irgendwie, vor allem weil sie auch mit ihrem siebten Album „Grand Illusion“ mal wieder ein Stück Musik an den Start gebracht haben, das höchsten (power-) metallischen Ansprüchen genügen dürfte. Fernab von Klischeemucke und albernen Drachen- und Schwertfantasien präsentieren sie sich wieder einmal mit insgesamt 10 neuen Titeln, die einfach gut rocken und vor allem auch über einen hohen Wiedererkennungswert verfügen und bisweilen sogar ins hymnenhafte abdriften. Stilistisch nordet man sich irgendwo in der Schnittmenge aus Bands wie Hammerfall, Dream Evil und Co und älteren Malmsteen Platten (beispielsweise aus der “Eclipse“-Ära) und bisweilen gar Dio ähnlichen Klängen ein, kurz und gut im Bereich Power Metal bis Heavy Rock – Abwechslung ist also garantiert.
Fazit: Nocturnal Rites bleiben sich selbst treu und legen auch mit „Grand Illusion“ mal wieder ein Album vor, das die Aufmerksamkeit der metallischen Szene mehr als verdient hat. 10 Punkte!
