Bei aller Nile-Euphorie in den Metal Medien würde man ja beinahe gerne zur Abwechslung in ein anderes Horn blasen. Allerdings findet man bei dem ‚Freundeskreis der ägyptischen Kultur’ kein Haar, was zu zupfen wäre. Annihilation Of The Wicked bietet dem Freund von extremem Death Metal alles, was dessen Ohren begehren. Die Hochgeschwindigkeitsattacken sind trotz ihrer Rasanz und unbeschreiblichen Dreschflegel-Doublebass immer noch nachvollziehbar, das Riffing abwechslungsreich und zu den richtigen Zeitpunkten streut man die Geschwindigkeit. Bekomme ich beim ersten Track Cast down the heretic nach dem kurzen Intro mit dem langen Namen Dusk falls upon the temple of the serpent on the mount of sunrise noch Sodbrennen, weil mein Magen aufgrund der schnellen Schritte, mit denen die Band dem Ende der Platte zueilt säuert, findet sich spätestens mit dem schleppenden User-Maat-Re musikalisches Hydrotalcid gegen meine Beschwerden. Bedauerlich ist es zwar schon, dass die Band diesmal wieder weniger ägyptisches Flair in die Songs legt, sondern sich mehr dem Willen der Puristen in der Death Metal Szene beugt, andererseits dürfte es die Griffbrettwichser und Fellschläger unter den Hörern erfreuen, dass man wieder mehr Anschauungsunterricht in Sachen ‚Auf die Fresse mit Class geboten bekommt. Wenn es dann zum Ende bei Von unaussprechlichen Kulten noch einmal richtig zäh und verdreht wird, blicke ich auf meine CD Sammlung und runzle die Stirn: Wer war denn noch mal Morbid Angel. Mehr gibt es von meiner Seite zu der Platte eigentlich nicht zu sagen…
Rezensionen
Nile: Annihilation of the wicked TIPP
(Relapse)
Autor: DJ / Wertung: 10.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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