Rezensionen

New Rain: Demo 2004

(Eigenproduktion)

Autor: Katze / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von New Rain - Demo 2004Ob die Welt auf eine Band wie New Rain gewartet hat, lässt sich im Moment noch sehr schlecht abschätzen, denn noch hat das Trio keinen Plattenvertrag in der Tasche und hat alle Belange ihres „Demo 2004“ selbst in der Hand, angefangen bei den Recordings, über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Sollte die Welt auf eine Band wie eben jene New Rain gewartet haben, dann kann diese Formation die Welt nicht nur durch ihre Musik, sondern auch noch mit einer stilistischen Neuschöpfung bereichern.

Suicidal Art Rock, so bezeichnen die Herren nämlich selber ihre Musik, eine Stilrichtung, von der ich bisher noch gar nichts gehört hatte und unter der ich mir auch nur sehr wenig vorstellen konnte. Ich durfte also gespannt sein, was das mit 9 Tracks und gut 57 Minuten Spielzeit sehr üppig ausgefallene 2te Demo der Combo musikalisch zu bieten hat.
Das Ergebnis lautet: eine ganze Menge, wobei ich denke, dass die Musik stellenweise sehr speziell ausgefallen ist. Speziell respektive der Strapazierfähigkeit der potentiellen Hörerschaft, denn für New Rain muss man sich Zeit nehmen, die Musik ist zwischendurch schon stark anstrengend und nur die wenigsten Tracks kann man mal so nebenbei hören. Das ist jetzt keinesfalls negativ gemeint, sondern soll nur auf eine fehlende Massenkompatibilität verweisen, wobei sich die Frage stellt, ob Maurice, Ihrke & Matze eine solche mit ihrem Release überhaupt anstreben wollen.
Stilistisch – um auf den Suicidal Art Rock zurück zu kommen - präsentieren sich New Rain ziemlich vielfältig, ja vielleicht sogar experimentierfreudig. Mal präsentiert man sich „Numbed“ mit einem eingängig monotonen Riff im Wechsel mit melancholischen, bassbegleiteten Wehgesang, mal erinnert man als „Sunless Thief“ an Saviour Machine Harmonien und mixed diese mit einer Wave versprühenden Grundstimmung und wieder ein anderes mal würde man einen Song wie „Shelter’s Child“ ohne mit der Wimper zu zucken als die aktuelle Nummer von Camouflage akzeptieren, würde das nur irgendwer behaupten. Und auch vor dem Erstellen von Soundcollagen hat man im Hause New Rain keine Scheuklappen auf, wie sich der geneigte Hörer bei „Slumberparty (In Your Head?)“ überzeugen kann.
Laut Booklet wurden die 9 Tracks „garage recorded“, was man der Eigenproduktion glücklicherweise nicht anhört, denn klanglich entspricht das gebotene durchaus gängigen Standards.

Fazit: Ich würde es den Jungs von New Rain gönnen, wenn du Musikwelt auf sie warten würde, denn mit „Demo 2004“ haben sie auf jeden Fall ein spannendes und abwechslungsreiches Album am Start (auch wenn ich persönlich das Joy Division Cover von „Love Will Tear Us Apart“ nicht all zu gelungen und überzeugend finde). Erste Schritte auf eine breitere Fangemeinde zu konnten die Herren gerade tun, konnte man doch kürzlich erst den „Battle of the Bands 2004“ des Sonic Seducers für sich entscheiden. Wer jetzt Lust auf die Mucke des Trios bekommen hat, dem wird empfohlen die Homepage zu besuchen. Dort erwarten einen nämlich zum einen 2 MP3s des aktuellen Albums in voller Länge, zum anderen lässt sich „Demo 2004“ dort auch direkt für 5 Euro zzgl. 2,50 Euro P & V bestellen. 8,5 Punkte!

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