Rezensionen

NFD: Dead Pool Rising

(Jungle Records / Rough Trade)

Autor: schlimm / Wertung: 7.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von NFD - Dead Pool RisingNach dem Debüt-Album „No Love Lust“ aus dem Jahre 2004 kommt dieser Tage der neue Longplayer von NFD (Noise For Destruction) in die Läden. Das Erstlingswerk erfreute sich gerade bei uns einer größeren Aufmerksamkeit und wurde von den einschlägigen Magazinen mit mehr als wohlwollenden Kritiken bedacht. Auch live beglückte uns die Band erfreulich oft (Mera Luna, Zillo, Wave-Gothik-Treffen, Burgnächte etc.). „Dead Pool Rising“ dürfte also in der Dark-Wave Szene ein mit Spannung erwartetes Album sein.

Tony Pettitt (Ex-Nephilim-Bassist), Drummer Simon Rippin (Ex-Sensorium/Ex-Nephilim) und Gitarrist und Sänger Peter ‘Bob’ White (Ex-Sensorium) knüpfen dort an, wo sie mit „No Love Lust“ aufgehört haben. Wer bisher der Band positiv gegenüberstand, der wird auch hier seine helle Freude haben. Als Einstieg wählen die Jungs eher schnelle und konventionelle Nummern. Keiner der ersten drei Songs erreicht die magische fünf Minuten Grenze, „My Possession“ ist mir 3.36 Minuten sogar recht kurz gehalten. Die Songs rocken, keine Frage. „One Moment Between Us“ ist dann erstmals einer dieser Epen, für die NFD bekannt sind und auch geliebt werden. Der Höhepunkt folgt aber erst mit dem anschließenden, langsam sich aus den Boxen schälenden Biest mit dem Namen „Rise“. Ein wahres Feuerwerk an Schwermut, welches die Jungs hier in 7.53 Minuten abbrennen. Die folgenden „Black Sun“ und „Descent“ rocken dagegen wieder knackig drauflos, wobei Letzterer sich eher im Gehörgang festsetzt. Die letzten beiden Tracks sind wieder episch ausgelegt und Peter White erzählt dem geneigten Hörer wieder mit Grabesstimme seine Schauergeschichten.

Tja, an Peter White scheiden sich wohl die Geister. Ich muss gestehen, dass mir das auf Albumlänge einfach zu bemüht klingt. Hat die Stimme zu Beginn noch einen gewissen Unterhaltungswert, so nervt sie auf gesamte Albumlänge doch bisweilen sehr. Die Stimme erinnert nicht nur an Carl McCoy, nein sie gleicht dieser doch oft 1:1, aber das zu gewollt. Ansonsten wird „Dead Pool Rising“ wohl alle glücklich machen, die sich auch an The Mission, den Sisters Of Mercy und anderen Helden erfreuen. Insgesamt ein nettes Album ohne besondere Neuerungen, aber die hat ja auch nicht wirklich einer erwartet, oder?

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