Inhalt:Der amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe (1809 - 1849) ist der große Autor des Düsteren. Mit seinen Horrorgeschichten und Kriminalerzählungen schrieb er Literaturgeschichte und auch heute noch ist das Interesse an seinen Werken ungebrochen.
Um Poe und sein Leben ranken sich viele phantastische Legenden.Wie viele von ihnen entsprechen tatsächlich der Wahrheit, wie viele sind nur ein Mythos? War Poe ein geisteskranker Trinker oder ein Genie, das mit seinen Einblicken in die Untiefen der menschlichen Seele seiner Zeit weit voraus war? Wer ist der Mensch hinter der Legende "Edgar Allan Poe"?
Kritik: Mit Mythos & Wahrheit setzt auch das Label Stimmbuch auf Infotainment, was man selber als „… spannende historische Spurensuchen, untermalt von Musik und Geräuschen…“ bezeichnet – und damit den Charakter in wenigen Worten deutlich herausstellt. Der erste Teil der neuen Hörspielreihe widmet sich einem Autor, dessen Werke immer wieder als Grundlage für zahlreiche Vertonungen dienten/ dienen: Edgar Allen Poe.
Plastisch wie eine ARTE-Dokumentation erfährt der Hörer in dahinfliegenden 76 Minuten alles Notwendige über das Leben des bekannten Schriftstellers. Begonnen wird vor Poes Geburt mit dem Leben seiner Eltern, seine Mutter eine gefeierte Schauspielerin, sein Vater ein Dilettant auf den Bühnenbrettern, der schließlich zerfressen vom Neid auf den Erfolg seiner Frau die Familie verlässt. Und nicht mehr erlebt, wie seine Frau an Tuberkulose stirbt, seine Kinder getrennt werden und Poe von dem Ehepaar Allen aufgenommen und großgezogen wird. Als Poe sich schließlich mit seinem Vater überwirft und das Haus seiner Stiefeltern verlässt, beginnt ein Auf- und Ab, dass 1849 schließlich mit Delirium und Tod Edgar Allen Poes endet.
Die verschiedenen Episoden schildert Regisseurin Daniele Wakoning in lebhaften kleinen Stücken, unterstützt von Zeitzeugenaussagen und Ausschnitten aus den wichtigsten Werken Poes. Atmosphäre erzeugt neben authentischen Geräuschuntermalungen die starke Musik von Peter Harrsch. Wakoniggs Liebe zum Detail merkt man an zahlreichen Stellen, z.B. wenn bei einer Vorlesung Poes (gesprochen von Mathias Haase) im Hintergrund nervös gehustet wird – so wie man es von Seminaren an der Uni kennt.
Wer sich für das Leben Poes interessiert, aber der Artikel bei Wikipedia zu kurz und die Biographie von Frank T. Zumnach zu gewaltig ist, findet mit der Stimmbuch CD die goldene Mitte. Mehr davon.