Nachdem die Frau von Bobby Ingram (Gitarrist und Boss der Band) im letzten Jahr völlig überraschend verstorben war, fragten sich nicht wenige Fans, ob sich die Southern Rock-Legende Molly Hatchet nochmal berappeln würde. Sie hat sich berappelt und liefert mit dem neuen Album eines der besseren Werke ihre Karriere ab.
Schon der grandiose Opener "Son Of The South" gibt die Richtung an: Kraftvolles Riffing, eingängige Refrains und (natürlich) jede Menge Südstaaten-Flair. Sänger Phil "Bulle" McCormack mag auf der Bühne nicht mehr der der beweglichste sein, seine Stimme indes hat immer noch dieses unbestimmte Grollen, das klingt, als würde in der Ferne ein Gewitter aufziehen. Das melodische "Moonlight Dancing On The Bayou", der coole "Roadhouse Boogie" oder der ungewöhnlich episch ausgefallene Quasi-Titeltrack "Rainbow Bridge" (Ingrams Frau gewidmet und mit einer wunderschönen Melodie ausgestattet.) haben allesamt einen hohen Qualitätsstandard. Der wird zwar nicht immer gehalten ("I’m Ready For You", "Hell Has No Fury" oder "Gone In Sixty Seconds"), aber selbst die Füller laufen bei einem Bier und einem halben Schwein überm Grill noch prima rein.
Die Deutschland-Tour ist zwar schon gelaufen (drei Wochen vor der Veröffentlichung dieses Albums…), aber es ist wahrscheinlich, dass die Altherrenriege sich noch einmal in unseren Breitengraden blicken lassen wird. Wer sie diesmal verpasst hat, sollte die nächste Chance wahrnehmen, denn vor allem das bereits erwähnte "Son Of The South" kommt live unglaublich geil. Aber Cowboyhut nicht vergessen!