Dieser Mike Park ist schon ein ungewöhnlicher Kerl. Der in den USA geborene Koreaner produziert für 2.800 Dollar eine satte Platte, die vom Sound her deutlich greifbarer und lebhafter klingt als die teuer produzierten Scheiben manch anderer Acts, fährt anschließend aber mit dem Fahrrad von Seattle nach San Diego (vom 8. September bis zum 4. Oktober), um Geld für ein Jugendzentrum in San Jose zu sammeln, anstatt sich wie andere seines Fachs auf ausgedehnte Tour zu begeben. Dabei ist Mike Park nicht nur ein ausgewiesener Live Musiker, sondern ist die Musik des Singer/Songwriters mit Wurzeln im amerikanischen Punk Rock prädestiniert für die kleinen, intimen Bühnen.
Wer bei Singer/Songwriter an die politischen Barden der Flower-Power-Bewegung denkt, liegt bei Mike Park sicherlich nicht vollkommen verkehrt, allerdings holt sich der Gitarrenspieler noch reichlich Beihilfe in seine Songs. Die obligatorische Rock Instrumentierung findet in ruhigen Songs noch Unterstützung durch feine Cello Streichertöne. Zentrum der Songs ist aber immer das angenehme Organ des Namensgebers. Der erzählt in warmen Tönen kleine Geschichten aus dem Alltag, wird auch schon mal in Hinblick auf seine ‚Heimat’ Korea politisch, kann aber auch ebenso mit unkitschigen Betrachtungen über die Liebe aufwarten. Welche Musiker ihn bei seinem Werdegang beeinflusst haben, belegt er mit offenen Zitaten beim dritten Song Born to kill: während in der Strophe bei Nirvana auf die Saiten geschaut wurde, klingt im Refrain kurz Let it be der Beatles an. Das abschließende Blue Marble hätte auch gut zu New Model Army gepasst. Die verschiedenen Einflüsse, die sympathische Stimmung der Platte und das Charisma des Akteurs machen North Hangook Falling sogar für Singer/Songwriter Muffel zu einem Hörtipp.