Nach einer Schwemme von Indierockmusik in den vergangenen Monaten und damit oftmals einhergehender Enthaltsamkeit an Opulenz, darf nun bitte schön auch mal wieder dick aufgetragen werden. Mew tun genau dieses und hinterlassen mit ihren komplexen und vielschichtigen Klangstrukturen mächtig Eindruck. Die vier Jungs, die hierzulande noch relativ unbekannt sind, sich in ihrem Heimatland Dänemark aber bereits zu den dortigen Superstars zählen dürfen, haben mit And The Glass Handed Kites ein Album erschaffen, das ziemlich bombastisch daherkommt.
Neben der aufwendigen Produktion, den treibenden Gitarrensounds und den unverkennbaren Vocals von Frontmann Jonas Bjerre, schaffen vor allem die fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Stücken eine nahezu hymnische Atmosphäre und das Gefühl, einem einzigen fulminanten Stück Musik zu lauschen. Schwankend zwischen Prog-Rock und Art-RockPop, vielen Schnörkeln und Verspieltheiten mündet die Reise auf dem Klangteppich in rockigen Gefilden - und zum Glück haarscharf am Kitsch vorbei. Die Dänen kreieren damit eine angenehme Verschnaufpause von derzeit trendigen Frickelrockattitüden. Bitte mehr davon!