Das ist der Metal-August des Jahrhunderts. Slayer, Heaven Shall Burn, Iron Maiden, Deicide, Motörhead, Terrorizer, Hatebreed; sie alle beglücken diesen Monat die Metalwelt mit neuem Ohrenstoff. Und auch Mercenary wissen, welche Stunde für sie geschlagen hat und warten besser jetzt als nie mit einem Hammeralbum auf. Bereits mit dem sehr starken Vorgänger “11 Dreams” haben sich die Recken um Sänger Mikkel Sandager, der heuer stellenweise nach Mr. Dickinson klingt, Lorbeeren eingefahren. So setzen Mercenary da an, wo sie mit den bisherigen Alben Basisarbeit geleistet haben und bieten über eine Stunde exzellente musikalische Schwermetallunterhaltung. Unglaublich melodiös und gefühlvoll gehen die Dänen zu Werke. Jeder, und ich meine wirklich jeder Song, ist ein Ohrwurm. Ein Chorus jagt den nächsten, eine Melodie hetzt die andere. Niemals zu pathetisch oder kitschig. Mercenary ist die richtige Melange zwischen Nevermore (wem diese zu proggy sind) und Soilwork (die sich zu häufig kopieren) gelungen. Gäbe es soetwas wie Media Control-Charts für Metal, wären der Opener “Redefine me”, das knackige “Soul decision”, das melancholische “My world is ending” sowie der achtminütige Titelsong unter den Top Ten zu finden. Was mir bei der vorliegenden Scheibe allerdings ein wenig fehlt, ist das kräftige Death Metal-lastige Organ, welches die Vorgängerscheiben veredelte und durch den Ausstieg des langjährigen Bassisten/Sänger Kral verursacht wurde, lediglich bei “This eternal instant” wird gekeift. Dies tut dem Hitcharakter der Scheibe aber keinen Abbruch, da Björn „Speed“ Strid von Soilwork sowie Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn als Gastsänger mit von der Partie sind. Also nehmt bei Eurer Ethikbank des Vertrauens schon mal einen Kleinkredit auf, um neben den ganzen Festival-Tickets auch die diesmonatigen CD-Highlights und ganz besonders “The hours that remain”zu ordern. Die Skandinavier haben sich selbst ein Denkmal gesetzt und ein beeindruckendes Werk geschaffen, an welchem Szenegrößen wie Soilwork oder In Flames lange zu knabbern haben werden.
Rezensionen
Mercenary: The hours that remain TIPP
(Century Media/EMI)
Autor: R@Z€ / Wertung: 10.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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