Der große Wort “Konzeptalbum” hängt schnell schwer im Raum, sobald eine Band über ein Album eine Story erzählt und zwei Songs länger als zehn Minuten andauern. Medleyjukebox bringen es auf drei Songs. Der längste 20,59, der kürzeste 11,47 Minuten. Benannt: Act 1 bis Act 3. Titel der Platte: „Tinki Winki was a Pornstar“.
Böses schwant. Was folgt sind Minuten ohne Gesang und das ist überhaupt nicht schlimm, denn immer noch schaue ich gebannt auf die Boxen. Die Luxemburger selbst halten ihre Werk für eine postmoderne Rock-Oper, lese ich, und das klingt jetzt gar nicht mehr arrogant. Denn Medleyjukebox werfen einen in ein Dampfbad der Gefühl. Einmal walzt die Einheit aus Gitarre und Bass alles platt, im nächsten Moment setzt das Piano dezente Farbtupfer, dann shuffelt die Band gemütlich, um schließlich ein Drohszenario aufzubauen, das – Danke, Danke!!! – nicht in den erwarteten 4/4-Takt mündet.
Referenzen? Mogwai, You Black Emperor, The Mars Volta, Pink Floyd. So steht’s im Info, doch keine der Vergleiche trifft zu hundert Prozent. Medleyjukebox schaffen ihre eigene Nische, ohne dass dem zu viel Bedeutung zugemessen werden soll. Doch Achtung: Für Hörer, die auch gerne mal zu Jennifer Lopez entspannen, ist „Tinki Winki was a Pornstar“ nichts! Selbst die Screams kommen arg kurz!
Rezensionen
Medleyjukebox: Tinki Winki was a Pornstar TIPP
(FinestNoise/Radar)
Autor: JK / Wertung: 10.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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