Rezensionen

Meanwhiles: The Nights rewind

(Alive / Decoder)

Autor: DJ / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Meanwhiles - The Nights rewindEine Familienproduktion stellt das Album The Nights Rewind der Brüder Todd und Josh Allen dar. Und so traurig, nachdenklich die Geschwister daherkommen, muss mindestens der Familienhund gestorben sein. The Nights Rewind dürfte an Atem nehmenden Trübsinn, an rekapitulierenden Wolken und an schmerzhafter Zähigkeit jegliche Düsterkapelle aus dem Lack- und Ledersektor ausstechen. Mit weinerlich weicher Stimme vorgetragen und instrumental in traurige Wogen gebettet haben die Meanwhiles ein Debüt eingespielt, bei dem es nicht nur der rechten Stimmung bedarf, sondern auch einiger Geduld, bis man so recht den Zugang zur Scheibe findet. Es rieselt Idiome wie ‚die Brust zuschnüren’, wenn man zu lange The Nights Rewind lauscht, so greifbar machen die Brüder ihre eigene Melancholie. Dass dabei die Grenzen zwischen den Songs verschwimmen und man sich manch einmal fragt, ob man die Platte nun zum zweiten oder dritten Mal in Folge hört, ist dabei sicherlich gewünschter Effekt. Es kommt schließlich aufs Gesamtgefühl an. Und das passt sich dem etwas ins Stocken geratenen Sommer, dessen Tage schon wieder kürzer werden, an. Anspieltipps gibt es daher keine, aber eine Empfehlung für Freunde von Radiohead und Sigur Rós. Dass sich die Jungs bei ihren Grüßen auch an das New York Police Department wenden, liegt sicherlich daran, dass die Cops die Beiden schon mal von einer Brücke runtergeholt haben. Ich hoffe, dass kommt nicht noch mal vor, damit sie uns in schweren Zeiten den passenden Score einspielen.

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