Inhalt: Bo zieht in eine neue Wohnung. Der Rest des Hauses steht noch leer und soll erst später umgebaut werden. So wundert er sich nicht weiter über die verschlossene Tür zum Treppenhaus, die er nicht öffnen kann. Doch das soll sich bald ändern. Er begegnet Fee und sie gehen miteinander aus. Fee verbringt eine Nacht bei Bo. Im Morgengrauen wacht Bo auf und Fee ist weg. Die Tür zum Treppenhaus steht weit offen – so offen wie die Frage, wo Bo tatsächlich wohnt…
Kritik: Freunde von düsteren Psychothrillern wie Hitchcocks Meisterwerk Marnie, dem surrealen The Machinist oder dem Gruselknaller The Sixth Sense aufgepasst: Pandoras Play Schneemann Marco Göllner hat vielleicht das beste Hörspiel des Jahres abgeliefert – zumindest die beste Story, die ich bisher dieses Jahr gehört habe. Das schlichte Cover und der maue Beginn sollten einen nicht davon abhalten, die eigene Tür zu diesem Hörspiel zu öffnen. Minute um Minute steigt die Spannung, die Dramaturgie hat es in sich, die wenigen Amateursprecher (in den Hauptrollen Marco Göllner und Diana Pilger) schaffen es durchaus neben dem gestandenen Profi Andreas Fröhlich (Die drei ???) zu bestehen und das Ende, YES, das Ende steht dem Ende der genannten Filme in nichts nach. Auch wenn Filmfreaks zumindest den Hauch einer Ahnung haben werden, was sich hinter dem ‚Schein’ verbirgt.
Marco Göllner beherzigt hier das, was ich immer für ein gutes Hörspiel fordere, ja, predige: eine Geschichte, die dank Überraschungen und steigender Spannung – trotz zähem Beginn – den Hörer nicht mehr loslässt. Und was das wichtigste ist: die Nummer hat ein Knallerende, eine starke Pointe hat, die den Hörer auch nach Ende der Geschichte fordert. Wann kriegt man schon ein Hörspiel zu hören, wo man Bock hat, es direkt noch einmal zu starten?!
Schwächen weist die Produktion wenig auf: Titelmusik ist gut, Effekte stimmig, ein paar Schocker hat man auch eingestreut, die Sprecher agieren überzeugend und trotz starker Länge von 70 Minuten funktioniert die Geschichte. Einzig der lahme Start und einige Undeutlichkeiten bei den Sprechern, bei denen man am Lautstärkeregler drehen muss, fallen negativ auf. 11,5 Punkte sind daher hoch verdient, wobei man die Hand schon nach der Höchstpunktzahl ausgestreckt hat.