Rezensionen

Manifest: Half Past Violence

(Edgerunner Music/Twilight Vertrieb)

Autor: DJ / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Manifest - Half Past ViolenceEigentlich hätte das Ding hier einen besseren Standort bei unserem liebsten Schredder-Label Relapse gefunden, wird aber von Edgerunner Music veröffentlicht. Relapse liegt aber daher nahe, weil Manifest mit ihren Klängen irgendwo zwischen Thrash Metal und Noise Core liegen. Den Begriff Thrash dehnen sie dabei auch stark aus, weil sie zum einen hier und da Old School Anleihen offenbaren, auf der anderen Seite aber vor allem durch schräge Rhythmen auch modern klingen, die man sich wohl vor allem bei Meshuggah abgeguckt hat. Schlichte, schnell greifende Songs sucht man daher auf Half Past Violence vergeblich. Deftig krachen lässt man es trotz aller Vertracktheit doch gerne. Und den Lärmpegel in die Höhe schraubt dabei vor allem Shouter Stian Leknes, der nicht nur in bewährter norwegischer Manier grell schreit, sondern dunkel grunzt, gurgelnd grollt (und dabei an den Shouter von Gwar erinnert) oder zu singen versucht, was dann schon mal die Extrovertiertheit eines Jello Biafra (Dead End Spiral) besitzt. Ob es ein gutes Zeichen ist, dass auch nach sechs Durchläufen nicht viel hängen bleibt, man aber das Gefühl hat, etwas interessantes, frisches zu hören? Sicherlich auch eine Geschmacksfrage. Bei der Produktion hätte man aber sicherlich noch etwas Zeit investieren können, denn der Klang des Silberlings wird der Musik nicht gerecht.

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