Rezensionen

Malm: Blut geleckt

(FinestNoise)

Autor: JK / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Malm - Blut gelecktZunächst einmal, nachdem ich den von einer Peitschenschnur nur halbverdeckten Nippel auf dem Coverfoto entdeckt hatte, hatte ich die rote Karte für Malms „Blut geleckt“ bereits in die Höhe gereckt. Eine Band, die derart unverblümt mit Klischees spielt, mit Sex und Gewalt kokettiert, die kann doch eigentlich nur scheiße sein. Das war jedenfalls mein erster Gedanke. Vorurteil halt.
Von Rammsteinschen Gehirnergüssen wird man allerdings weitestgehend verschont. Stattdessen fließt zunächst einmal ein Energiestrom auf den Boxen. Es rockt und bollert und Sänger Ali Hartmann brüllt sich dermaßen einen ab, dass man Angst bekommt, seine Stimmbänder könnten ähnlich einer Gitarrensaite beim nächste Ton reißen.
Da ist es auch zu verschmerzen, dass sein Organ nur mäßig variabel einsetzbar erscheint. Denn während Hartmann (geiler Name!) keift, als wolle er sich um einen Posten bei AC/DC bewerben, agiert die Band im Hintergrund durchaus variabel und mit spannenden Tonabfolgen. Und so langsam versteht man, warum ausgerechnet Blackmail-Kopf Kurt Ebelhäuser für die Produktion verantwortlich zeichnet. Die bewusst provokanten und durchaus stumpfen Lyrics („Schüttel deinen Arsch für mich“) sind dadurch zu verschmerzen. Irgendwie haben diese Malm was, zumindest eine Menge Power.

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