Wenn man sich schon recht lange mit Musik im Allgemeinen und CD-Veröffentlichungen im Speziellen beschäftigt, dann wird man mit der Zeit immer kritischer, wenn man in den Begleittexten zu den jeweiligen Werken etwas von stilistischer Neuschaffung liest. Dementsprechend kritisch war ich auch bei vorliegendem Werk mit dem Titel „Gadjo“ der Schweizer Formation Mad Manoush.
In diesem Falle spricht bereits erwähnter Beipackzettel von „Gypsy Jazz meets zeitgenössische Pop-, Rock- und Hiphop-Area“, worunter ich mir jetzt so erst einmal nichts so wirklich vorstellen konnte. Nachdem allerdings die ersten Töne des Intros und des Openers „Django“ (feat. Robin Nolan) erklangen musste ich feststellen, dass man die Musik dieser Herrschaften nicht treffender bezeichnen kann. Denn hier treffen wirklich alle oben erwähnten Genres der Musikwelt zusammen und vermischen sich zu einer Melange, die zumindest ich so bisher noch nicht gehört habe. Und diese Mischung ist definitiv gelungen, denn was hier geboten wird spricht Geist, Herz und Seele an. Geist immer dort, wo Mad Manoush all ihre musikalischen und technischen Fertigkeiten in ihr Songwriting und die Darbietung einfließen lassen, Herz in jeder Pore dieses Werkes, weil man einfach merkt, dass sich hier jeder zu mehr als hundert Prozent mit Leib und Seele einbringt und die Balsam für die Seele ist „Gadjo“ auf jeden Fall, denn wenn man sich dieser Musik hingibt, dann bringt einen das augenblicklich in eine fröhliche bis entspannte Stimmung (auch wenn diese Stimmung bei dem ein oder anderen vielleicht mit dem letzten Track wieder etwas verflogen sein könnte, denn hier bieten die Herren ihren Albumtitel „In The Box“ als Bonustrack in einer schwerst metallischen Version).
Was einem Frischling in diesen Musikstil etwas erleichtern dürfte ist die Tatsache, dass sich Mad Manoush neben eigenen Songs auch mit der ein oder anderen Coverversion präsentieren. So bekommen hier unter anderem „Memories Are Made of This“ (Schlagerfreunden auch als „Brennend heißer Wüstensand… schön war die Zeit“ bekannt), „Sweet Georgia Brown“ und auch Katchaturian’s „Säbeltanz“ das hauseigene Stilgewand übergeworfen.
Fazit: Auch wenn man sich unter einer Mischung aus Gypsy und Rock, Pop und Hiphop-Elementen im ersten Moment nicht besonders viel vorstellen kann, oder gar mit der ein oder anderen hier vertretenen Spielart nichts anfangen kann, sollte man es nicht versäumen, „Gadjo“ von Mad Manoush einmal ausgiebig sein Ohr zu leihen. Vielfalt und Abwechslung für Musikliebhaber wird hier auf jeden Fall geboten und man darf durchaus gespannt sein, was uns die Schweizer in Zukunft noch so alles kredenzen werden. 10 Punkte und Tellerandgucker-Tipp!