Inhalt: Endlich wird sie erzählt: Die ganze Geschichte rund um den "tödlichen" Rennunfall von Bernd Hellmer alias Björn Hellmark! Wie geschah dieser Unfall? Und warum? Und wie erlebte Björn Hellmark Macabros, seinen Zweitkörper, zum ersten Mal? Wie reagiert er anfangs auf Al Nafuur, den weissen Priester Xantilons? Mit "neuer" Identität will Björn auf eigene Faust das Rätsel um seinen Unfall lösen und geht Hinweisen nach, die ihn zu Götzenverehrung, mentaler Versklavung und wissenschaftlichem Grössenwahn führen: Hinein in sein erstes Abenteuer als Macabros, mitten in die schreckliche, wahnsinnige Realität des MONSTERMACHERs…….
Kritik: Die Hörspiele Welt geht dahin, wo zuvor kein Mensch vor ihnen vertonte: Nämlich vor die zweite Folge der Macabros-Serie. Die Hörspiele Welt startet wirklich mit der bisher unvertonten ersten Folge Der Monstermacher, während Europa damals die erste Folge flott im Vorspann vorbeiziehen ließ und die Abenteuer Björn Hellmarks mit Der Fluch der Druidin beginnen ließ. ‚Phänomenal’, möchte man hinaus rufen. Wenn es denn so wäre, ist es aber nicht. Es ist weder phänomenal, eine Serie mit der ersten Folge beginnen zu lassen, dies ist eher Usus, und es ist auch nicht phänomenal, eine Serie mit einer anderen denn der ersten Folge zu beginnen. Diesen Faux-Pas haben schon andere Firmen begangen, allen voran das unvergessene Tonstudio Braun mit seiner legendären John Sinclair Vertonung. Die holten direkt mit dem Schwarzen Tod, des Geisterjägers-Lesers liebsten Dämon, aus, übersprangen dafür aber sechs Erstauflagen und Jahre der Gespenster Krimi Abenteuer.
Man könnte noch weiter ausholen, sieht man sich doch selbst so gerne schreiben. Aber wir kommen vom Thema ab. Das wäre der erneute Versuch, Macabros als Hörspielserie zu etablieren. Und man möchte die Luft anhalten, wird dies immerhin nicht von den großen Kandidaten wie Luebbe, Europa, Universal oder Maritim versucht, sondern vom ‚Winzling’ Hörspiele Welt, einem Hörspiellabel, dass bisher nur durch eigene Serien und Klassikervertonungen auf sich aufmerksam machte. Man muss sicherlich nicht erwähnen, dass die Skepsis groß war in den Kreisen der selbsternannten Fachkritiker. Und der Fans. Hier und da wurde schon der Boykott aufgerufen, ohne dass man vorher nur einen Ton gehört hatte. Als dann die ersten Hörproben kamen, gab es sicherlich die eine oder andere virtuelle Autobombe für Labelinhaber Olaf Seider.
Ich sag ja immer: Man bläht so laut, wie es die Arschbacken hergeben. Im Endeffekt ist es aber doch nur stinkende Luft. Gut, der Herzschlag setzt hier und da einmal aus. Nicht weil die erste Folge so ungemein spannend ist, sondern weil die Qualität noch schwankt. Mal nimmt man gut Fahrt auf, um sie in den nächsten Szenen wieder zu verlieren. Es fehlt ein wenig der Fluss, vielleicht auch der Mut, das Original drastisch zu kürzen, wenn es der Spannung dienlich wäre. Das betrifft in erster Linie die zweite CD. Da hätte man z.B. gerne die Szene in der Bar, in der sich Dr. Konaki und Dr. Showaka treffen (CD 2, Track 3 Der Monstermacher) kürzen können.
Die größte Sorge betraf natürlich die Besetzungsliste, allen voran Björn Hellmark himself. Douglas Welbat hat sich damals in dieser Rolle ein Denkmal geschaffen. Hörspiel Neuling Simon Gosejohann hat es da besonders schwer. Zumal er als Fernsehkasperl der neuen Unterhaltungsgeneration besonders kritisch beäugt wird. Er scheitert an seiner Rolle, wenn man ihn mit seinem Vorgänger vergleicht, er überrascht positiv, wenn es einem gelingt, Welbat zu vergessen. Dennoch würde es seiner Rolle gut tun, wenn er den plumpen Charme seiner Fernsehauftritte auch mit in seine Rolle transportieren würde. Denn was ist Björn Hellmark anderes als ein tumber Proll mit platten Sprüchen, dem aus unerklärlicherweise die Erlöserrolle zufällt? Also vier Kölsch ins Hirn gekloppt und eine Mischung aus James Bond und Martin Semmelrogge ausgespuckt. Gosehohann mit seinem schmerzfreien Experimentierdrang dürfte dies noch gelingen.
Ihm zur Seite stehen einige namhafte Sprecher, u.a. Douglas Welbat als sein Vater Alfred Hellmark, Helmut Krauss als Al Nafuur und Michael von Rospatt als Dr. Konaki. Letzterer unvergessen in seiner Rolle als Babette Eberle in Die drei ??? und das Geheimnis der Särge. Und hier sicherlich eine sehr gute Wahl für den fiesen Monstermacher.
Als Eyecatcher hat man sich Fit For Fun Moderatorin Nandini Mitra als Carminia Brado an Bord geholt. Die schließlich in Wirklichkeit auch noch so ausschaut, wie man sich die Carminia wünscht. Hübsch! Und so soll die Frau an der Seite des Helden nun einmal sein! Hübsch!
Die ganz großen Pluspunkte findet man in der ersten Folge schließlich bei zwei Dingen: der Musik und der Gestaltung. Wenn die Detailliebe vielleicht bei der etwas zu lang geratenen Erzählung stört, erfreut sie einen umso mehr bei der Musik und dem Booklet. Die Musik ist klasse! Besonders der Titeltrack, einem gekonnten Spagat zwischen dem Originalscore und der Modernen. Und das Booklet dient endlich einmal nicht nur ausschließlich als Coverträger, sondern glänzt mit einem Vorwort von Dan Shocker, einem Vorwort von Olaf Seider, einem Glossar und einer ausführlichen Tracklist. So sollte es möglichst immer sein!
Der Monstermacher ist auf der einen Seite noch nicht der ganz große Wurf, auf der anderen Seite aber sicherlich eine erfreuliche Demonstration, dass man eine Kultserie auch ohne großen Namen ansprechend präsentieren kann. Für kommende Folgen wünsche ich mir allerdings eine dichtere, flottere Erzählung, die unnötige Längen außen vorlässt. Dann wollen wir uns, lieber Olaf, auch auf einen Macabros in ca. 125 Abenteuern einlassen.