Trotz seines noch jugendlichen Alters von 16 Jahren steckt der Berliner Lucry eine Menge „Mühe, Schweiß und Herzblut“ in seinen Reggaeton-Sound. Reggaeton? Dieser Stilmix aus Dancehall, HipHop und Reggae stammt ursprünglich aus Kuba. Und für Lucry schließt sich hier ein Kreis. Sein Vater stammt aus dem Karibik-Staat.
Soundbase Du bist mit 16 Jahren noch ziemlich jung im Musik-Business. Kam der Erfolg überraschend für Dich?
Lucry Es ist klar, dass man nie mit dem Erfolg rechnen kann. Denn man kann noch so viel Mühe, Schweiß und Herzblut in die Musik stecken, und doch ist es letztendlich das Publikum, das entscheidet. Deshalb freut es mich umso mehr, dass meine Songs bei den Leuten so gut ankommen.
Soundbase Aus Luis Cruz, Deinem bürgerlichen Namen, wurde „Lucry“. Hat der Name sonst noch eine besondere Bedeutung? Oder ist er ein Kunstgriff?
Lucry Zu der Zeit als mir der Name in den Sinn kam, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Viele Leute fragen mich ob das „Cry“ etwas zu bedeuten hätte. Damals konnte ich allerdings noch kein Wort Englisch, es war also Zufall.
Soundbase Du vermengst HipHop und Dancehall zum so genannten „Reggaeton“. Ist dieser Prozess einfach so passiert? Oder hast Du Dich bewusst dazu entschieden?
Lucry Das war ein ganz natürlicher Prozess. Durch meine jährlichen Kuba-Besuche kam ich mit diesem Sound das erste Mal in Berührung, und ich habe ihn einfach auf Anhieb gefühlt.
Soundbase Kennst Du andere Künstler aus Deutschland die „Reggaeton“ spielen?
Lucry Ich will nicht behaupten, ich sei der erste. Aber kennst Du außer mir noch andere? Ich glaube nicht. Besonders in Berlin gibt es allerdings eine große Latino-Community, und ich bin sehr gespannt, was aus dieser Richtung noch kommt.
Soundbase Deine Lyrics sind weniger prollig als die mancher HipHop-Acts, mit angezogener Handbremse irgendwie. Der Track „Die Mischung macht’s“ ist fast diplomatisch. Eine bewusste Entscheidung?
Lucry Ich war nie ein Freund von düsteren Attitüden. Doch ich will mit meiner Musik lediglich etwas Positives ausdrücken und sicher nicht den HipHop fronten. Dafür bin ich selbst zu sehr HipHop.
Soundbase Was inspiriert Dich für Deine Texte?
Lucry Das ist ganz unterschiedlich. Ich könnte eigentlich in fast jeder Situation Lyrics schreiben. Ich texte sogar in den Unterrichtsstunden, wenn es gerade mal ein wenig langweilig wird.
Soundbase Nenne mal ein paar Deiner Vorbilder?
Lucry Ich habe keine Vorbilder
Soundbase Dann wirf mal einen Blick in die Zukunft: Hast Du Dich jetzt schon fest entschlossen, Profimusiker zu werden? Oder gibt’s einen Alternativplan?
Lucry Musik ist mein Plan für die Zukunft.
Soundbase Kommen Deine Fans eigentlich aus Deutschland und aus Kuba?
Lucry Da das Album bisher nur in Deutschland released wurde, stammen die meisten meiner Fans von hier. Doch es kommen immer mehr Leute aus Rest-Europa dazu, die sogar auch in mein Gästebuch schreiben. In Kuba jedoch hatte ich schon ein paar Auftritte. Da schreiben sogar auch schon Zeitschriften über mich.
Das Interview ist erstmals erschienen in Scoop.