Nachdem mich der 2002er Release “Dialogue With Mirror And God” der finnischen Gothic Kapelle Lost In Tears nicht nur auf Grund meiner stilistisch etwas anders gelagerten Interessen sondern auch aus rein musikalischen Gründen nicht sonderlich begeistert und damit natürlich erst recht nicht überzeugt hat, war die Freude als eher gering zu bezeichnen, als dieser Tage deren aktuelles Werk „To No Avail“ in meinem Briefkasten landete, zumal klar war, dass es an mir hängen bleiben würde, mich damit in einer Rezension auseinander zu setzen.
Entsprechend lustlos warf ich dann auch heute Mittag das Teil in den heimischen CD-Player, muss aber gestehen, dass es der Opener „On The Way“ doch geschafft hat, mich ein wenig zu überraschen, ja sogar auf Anhieb ein gewisses Interesse für dieses Werk zu wecken. Und dieses Interesse konnten die Finnen dann auch tatsächlich bei mir über die gesamte Lauflänge von 11 Songs aufrecht erhalten, denn die Herren haben meines Erachtens nach schon an einigen Stellen einen gepflegten Zahn zulegen können. Zwar spielt man immer noch sehr arg mit genretypischen Klischees wie z.B. monoton vor sich hin klimpernden Gitarrenverzierungen und diesem bisweilen arg langweiligen, theatralisch leidendem Gesangsstil, der wohl nach ganz großer Oper klingen soll, aber die Songs sind dieses Mal insgesamt irgendwie schlüssiger und in sich kompakter ausgefallen, so dass die ein oder andere Nummer (wie z.B. bereits erwähnter Opener) durchaus auch mal ordentlich schieben. Fragt sich natürlich, ob das seitens der Band auch so beabsichtigt war, aber ich unterstelle jetzt einfach mal, dass es das war. Neben „On The Way“ sind im folgenden vor allem „Metamorphosis“ und auch das fast schon anmutig zu nennende „Loss“ gewissermaßen hitverdächtig.
Fazit: Lost In Tears werden zwar auch mit „To No Avail“ nicht meine Leidenschaft für Gothic Metal erwecken, aber immerhin haben sie jetzt ein Album am Start, dass ich mir durchaus anhören kann. Wer bereits “Dialogue With Mirror And God” großartig fand, kann auch ruhigen Gewissens hier zugreifen, denn wie bereits gesagt: es sind deutliche Steigerungen wahrnehmbar. Genau aus diesem Grunde enthalte ich mich dieses Mal auch nicht einer Wertung, sondern ziehe gepflegte 8 Punkte!