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Losing sun: Inertia

Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Losing sun - InertiaMarcos, Paul, Mattius, die Namen von drei Musikern der Band Losing sun wecken Assoziationen an musizierende Messdiener, was zudem durch Textzeilen wie Oh’ Lord my god how long will it be for a change to come…’ oder ’The devil never strays too… far from my doorstep’ gefestigt wird. Wer jetzt unbedingt Rockmusik der Marke Stryper, Petra oder – wenn es denn härter sein soll – Tourniquet erwartet, wird allerdings ‚enttäuscht’. Losing sun mischen eher traditionellen Metal mit einem Tupfer Prog Rock und inzwischen zwangsläufig einen fetten Batzen NuMetal. Da schreit die nationale Presse subtil schon ‚Verräter’ und ‚Dreckspack’ und ertrinkt in Vergleichen mit den Brasilianern Ill Ninio. Was recht einfach ist, da beide Bands ja südländische Musiker mit teils exotischen Namen vorweisen. Tatsache ist aber, dass Losing Sun weder – wie häufig zu lesen – aus Italien kommen, sondern in Großbritannien schlechtes Essen genießen, dass die Band in meinen Ohren alleine schon dank Frontkehlchen Paul Kellehar wenn dann überhaupt nur an wenigen Stellen musikalische Überschneidungen mit Ill Ninio aufweist und dass Schlagzeuger Jayce Lewis angeblich sein Geld mit Käfigkämpfen verdient. Wonach er beleibe nicht aussieht! Und wo ich mich frage, wie es sich mit der spirituellen Ausrichtung der Band verträgt!?

Die musikalische Ausrichtung, die ich bei der Band – was auch teils an der Art der stimmlichen Darstellung liegt – erkenne, erinnert mich eher an Fates Warning, wenn sie denn voll auf modernen Metal setzen bzw. vor allem an Ray Alders Engine-Alben. Natürlich lassen es Losing Sun deutlicher krachen, spielen bei ihnen Einflüsse von Korn, Prodigy, Die Krupps oder Coal Chamber eine Rolle. Auf der anderen Seite meint man deutlich eine Vergangenheit frei von diesen modernen Einflüssen vernehmen zu können. Nämlich den Einfluss der Prog Metal Szene. Und das gibt der jungen Band ein durchaus eigenes Gesicht, was zwar nicht überrascht, aber zumindest mich in all dem neumetallischen Treiben, das mir ansonsten inzwischen nur noch auf die Nüsse geht, wirklich erfrischt. Daher kann ich Freunden genannter Einflüsse guten Gewissens empfehlen mal ein vorsichtiges Ohr für die in Briten zu riskieren.

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