Sicherlich ist die Band Los Los als Spaß konzipiert worden. Allerdings wirkt man dabei so bemüht, dass man die Geldmaschinerie hinter dem Projekt nicht hat übertönen können. Die Werdegang ist simpel: was gibt es noch nicht im Metal? Eine Mischung aus mittelamerikanischen Background gepaart mit bekannten Sommerhits und harten Gitarren. Welchen Mehrwert könnte man einer solchen Mischung geben? Eine möglichst abstruse Geschichte? Und was fehlt dann noch? Diese Geschichte möglichst breit aufzuziehen.
Könnte funktionieren, wenn die Presse nicht so kritisch wäre und mitspielen würde, die musikalische Umsetzung ein wenig origineller und der Sommer nicht schon lange vorbei wäre. Die Presse findet Viva Los Los bislang beinahe durchgehend unhörbar, die Geschichte scheint nicht wirklich jemand zu interessieren, draußen trinkt man inzwischen schon Glühwein statt Sangria und über die volle Distanz ist der schleppende Metal des Quintetts wirklich stark ermüdend. Weiterhin raubt es der Platte Substanz, dass man die meisten der Originalsongs nicht beim ersten Hören erkennt und ihnen schlicht ihre Ohrwurmqualität geraubt hat. Viele der Lieder klingen, als wären Megaherz gerade aufgestanden, hätten einen wirklich schlechten Tag erwischt und Tom Angelripper nach dem Auslecken eines Aschenbechers ans Mikro gelassen. Sicherlich besitzt ein solches Szenario seinen Reiz, aber höchstens für eine MiniCD. Ohne Unterstützung visualisiert man das angeblich exotische Flair nicht.
Viva Los Los ist sicherlich nicht so schlecht, wie in den meisten Gazetten dargestellt. Allerdings dürfte die Scheibe weit hinter den Erwartungen zurückliegen. Es gehört keine große hellseherische Gabe dazu, um Los Los mit ihrem Debüt einen gewaltigen Flop zu prophezeien. Was sicherlich auch das Aus für das Projekt bedeuten dürfte. Hoffentlich erfahren wir wenigstens noch, welche Musiker dafür verantwortlich waren.